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Film

Als die Binnenschiffer Hendrik und Willy auf die schöne Anna treffen, überreden sie die vom Leben enttäuschte Frau, sie bei ihrer großen Fahrt zu begleiten. Es kommt, wie es kommen muss und die Freunde verlieben sich beide in Anna, woraufhin sie ein Abkommen schließen. Wer Anna gewinnt, muss auf seinen Anteil am Kahn verzichten…
UNTER DEN BRÜCKEN war der letzte Film, den Käutner im Dritten Reich fertigstellte. Seine Uraufführung erlebte der Film im Juli 1946 auf dem Locarno Filmfest, seinen Kinostart sogar erst im Mai 1950. Heute gilt der Film als eines der großen Meisterwerke des deutschen Films. Der Filmkritiker Karsten Witte schrieb die bewusst formelle, graphische Bildkomposition des Films dem politischen Druck zu, unter dem Käutner in den letzten Kriegsjahren stand.

„Eine kleine alltägliche Geschichte mit Poesie, Realismus, viel Atmosphäre und einem Schuß Humor, unprätentiös und präzise inszeniert. In den letzten Tagen des ‚Dritten Reichs‘ unter primitiven Bedingungen entstanden; die sensible Kamera macht aus der Not eine Tugend und läßt die karge Landschaft eine tragende Rolle spielen.“ (Lexikon des internationalen Films)

Regisseur Helmut Käutner (*25.3.1908 Düsseldorf; †20.4.1980 Castellina, Italien) zählt heute zu den bedeutendsten deutschen Filmemachern. Zu Beginn seiner Filmkarriere drehte er vor allem Filme für die Terra-Filmkunst GmbH. Eins seiner größten Meisterwerke, die Dreiecksgeschichte UNTER DEN BRÜCKEN, wurde allerdings von der Ufa produziert.
Käutner wuchs in Essen auf und interessierte sich seit seiner Jugend für das Theater. Nach seinem Engagement in der Schultheatergruppe, nahm er Tanz- und Pantomimeunterricht an der Folkwang-Schule und studierte später unter anderem Theaterwissenschaft an der Universität München. Er besuchte zudem das Theaterseminar Arthur Kutschers und schrieb feuilletonistische Beiträge und Kritiken. Käutner war künstlerisch sehr vielfältig. Auch als Kabarettist war er aktiv bis seine Gruppe, obwohl eher unpolitisch, von den Nationalsozialisten verboten wurde. Eine Zeit lang wendete Käutner sich der Grafik und der Innenarchitektur zu, schrieb Chansons und Schlager. Zu Beginn seiner Filmkarriere, verfasste er dann mit Bobby E. Lüthge Filmdrehbücher, etwa zu Paul Verhoevens SALONWAGEN E 417. 1939 gab er mit KITTY UND DIE WELTKONFERENZ sein Debüt als Filmregisseur. Allerdings wurde der Film bereits kurz nach der Premiere wegen „probritischer Tendenzen“ verboten. Als Konsequenz aus diesem Vorfall drehte Käutner danach betont unpolitische Filme wie FRAU NACH MASS (1940) oder versuchte in Filmen mit propagandistischen Tendenzen, wie bei AUF WIEDERSEHEN, FRANZISKA!, durch Schwarzfilm und bewusste Achsensprünge die aufdiktierte propagandistische Schlusssequenz formal zu unterwandern. Mit dem Melodram ROMANZE IN MOLL (1943), dem Hans-Albers-Vehikel GROSSE FREIHEIT NR. 7 (1944) und UNTER DEN BRÜCKEN (1945), seinem Bekenntnis zum poetischen Realismus, erlangte Käutner internationales Ansehen.

In Kooperation mit dem Lions Club Wiesbaden - An den Quellen. Mehr Informationen gibt’s hier.

Mi 25.10. 20.15
So 29.10. 15.30
100 Jahre Ufa
UNTER DEN BRÜCKEN
Regie: Helmut Käutner, DE 1944/45, 100 min, DCP, FSK: ab 12, mit Hannelore Schroth, Carl Raddatz, Gustav Knuth

25.10.: Einführung: Christiane von Wahlert (Geschäftsführerin FSK)
Sondereintritt: 11€ (7€ Eintritt, 4€ Spende für ein soziales Projekt des Lions Clubs)

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