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Der unbekannte Landarzt Dr. Robert Koch forscht schon seit Jahren mit bescheidenen Mitteln und unter widrigen Umständen zu dem Erreger der Tuberkulose. Die Krankheit rafft die Kinder seines Bezirks dahin und die Eltern sowie der Arzt können nur hilflos dabei zuschauen. Zusätzlich erschwert wird seine Arbeit durch Neider, wie etwa einem in seiner Ehre gekränkten Lehrer oder den einflussreichen Kollegen und Politiker Rudolf Virchow. Er lehnt Kochs Annahme, dass ein Bazillus der Auslöser der Tuberkulose ist, ab. Als Koch seine Erkenntnisse endlich beweisen kann, wird er zum Gesundheitsministerium nach Berlin beordert, um dort seine Forschungen ungestört und mit allen notwendigen Mitteln zu vertiefen. Aber auch hier stößt er auf Widerstand.

Nach der Literaturvorlage „Robert Koch, Roman eines großen Lebens“ von Hellmuth Unger entstand diese Filmbiografie über den Pionier der modernen Bakteriologie und Mikrobiologie, Robert Koch (1843-1910). 1882 entdeckte er den Erreger der Tuberkulose, erlangte dadurch Weltruhm und erhielt 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.

Der Film wurde von staatlicher Seite massiv gefördert und so entstand nach der Premiere ein regelrechter „Hype“ um die Person Robert Kochs. Der Koch-Roman von Hellmuth Unger erreichte im Herbst 1940 die Verkaufsmarke von 100.000 Exemplaren. Es folgten Theaterstücke sowie Radio-Hörspiele über den Wissenschaftler. Publikumsmagneten dieser Filmproduktion waren die Schauspieler Emil Jannings in der Titelrolle und Werner Krauß als sein Widersacher Virchow. Die beiden Superstars der vergangenen zwanzig Jahre traten hier erstmals im Tonfilm gemeinsam vor die Kamera. Der Regisseur Hans Steinhoff war bereits vor 1933 nationalsozialistischen Ideen zugetan und nach Adolf Hitlers Machtübernahme gehörte er zu den linientreusten Filmemachern Deutschlands. Steinhoff standen fortan die besten Techniker und Künstler des deutschen Films sowie ein großes Budget für seine Produktionen zur Verfügung.
ROBERT KOCH ist kein expliziter nationalsozialistischer Propagandafilm. Er reiht sich aber in eine Serie von Filmen ein, die historische deutsche Persönlichkeiten zu Helden stilisierten und in der Gleichsetzung dieser Figuren mit Hitler dem sogenannten „Führerkult“ huldigten.
ROBERT KOCH erhielt eine Reihe staatlicher Prädikate: staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll, kulturell wertvoll, volkstümlich wertvoll, jugendwert. Im faschistischen Italien unter Mussolini erhielt der Film bei der Internationalen Kunstausstellung in Venedig, der Biennale, den 1. Preis.

Bild oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Historische Personen im NS-Film
ROBERT KOCH – DER BEKÄMPFER DES TODES
Regie: Hans Steinhoff, DE 1939, 113 min, 35mm, FSK: ab 12, mit Emil Jannings, Werner Krauß, Viktoria von Ballask


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