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Anna, die Tochter eines deutschen Moldau-Bauern, erliegt dem großstädtischen Treiben und den Versuchungen Prags, lässt sich mit einem leichtfertigen tschechischen Vetter ein und vergisst darüber hinaus ihren Verlobten. Als Anna schwanger in die Heimat zurückkehrt, wird sie von ihrem Vater verstoßen.

Der zweite deutsche Agfacolor-Spielfilm DIE GOLDENE STADT wurde zu einem der kommerziell erfolgreichsten Filme der NS-Zeit. Die Uraufführung am 3. September 1942 fand bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig im faschistischen Italien statt. Dort erhielt die Hauptdarstellerin Kristina Söderbaum als beste Schauspielerin den „Volpi-Pokal“.

Regisseur Veit Harlan sowie seine Darsteller Kristina Söderbaum und Eugen Klöpfler, der wiederholt ihren Vater spielte, hatten zuvor bereits gemeinsam den antisemitischen Hetzfilm JUD SÜSS gedreht. In dem Melodram DIE GOLDENE STADT steht das tragische Schicksal der jungen Anna im Mittelpunkt. Ganz der Erzählform des Genres verpflichtet, wird die Geschichte ins Private verlegt. Die Werte und Normen, die im Film im Kreis der Familie verhandelt werden, sollten allerdings gleichzeitig eine allgemeingültige Botschaft an das Kinopublikum richten und vermeintlich unterschwellig tradierte Rollenbilder und die radikale Rassenlehre der Nationalsozialisten vermitteln.

Foto: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Mi 15.5. 17.45
So 19.5. 13.15
Konstruktion von Weiblichkeit im nationalsozialistischen Spielfilm
DIE GOLDENE STADT
Regie: Veit Harlan, DE 1942, 104 min, 35mm, FSK: ab 16, mit Kristina Söderbaum, Paul Klinger, Kurt Meisel

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