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Henri Leblanc, Nachkomme eines bankrotten Industriellenclans, soll eine reiche Erbin heiraten und so die familieneigene Fabrik retten. Auf der Hochzeitsreise begegnet Leblanc im Zug der mysteriösen Stascha, die durch das gemeinsame Wissen um ein Verbrechen an Dr. Karoff gebunden ist. Leblanc verfällt ihr, verlässt Hals über Kopf seine Frau und will mit Stascha fliehen. Karoff versucht, sie durch Drohungen daran zu hindern. Als Leblanc die Polizei einschaltet, kommt es zu einem dramatischen Wendepunkt.
 
Marlene Dietrich spielt die geheimnisvolle Stascha und erschafft mit dieser Figur einen Vorläufer ihres späteren Rollentypus in den Filmen Josef von Sternbergs. Als zwielichtiger Dr. Karoff steht ihr der jüdische Schauspieler Fritz Kortner zur Seite. Beide emigrierten zu Beginn der 1930er Jahre aus Deutschland.
Kurt Bernhardt avancierte mit seinen ambitionierten Spielfilm-Produktionen um historische und soziale Themen zu einem gefragten Regisseur der Stummfilmzeit. Nach der Machtübernahme der Nazis emigrierte der jüdische Bernhardt 1933 in die USA, wo er seinen Namen von Kurt in Curtis änderte. In Hollywood drehte er mit Stars wie Bette Davis, Charles Laughton und Jane Wyman, Ronald Reagan, Humphrey Bogart und Joan Crawford. Die Vorlage des Films stammt vom tschechoslowakisch-israelischen Schriftsteller Max Brod, dessen Werke von den Nationalsozialisten verboten wurden. 1939 floh er nach Palästina.

Weitere Informationen zum Film gibt’s hier.

Die Veranstaltungsreihe findet statt in Kooperation mit dem Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.. und der jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

Jüdische Filmschaffende im Kino der Weimarer Republik
DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT
Regie: Kurt Bernhardt, DE 1929, 78 min, DCP mit Musik von Pascal Schumacher & Philharmonie Luxemburg, Einspielung: WDR Funkhausorchester Köln, FSK: ab 0, mit Marlene Dietrich, Fritz Kortner, Frida Richard

Einführung: Filmwissenschaftlerin Miranda Reason


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