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Film

Wir beenden unsere begleitende Filmreihe mit F. W. Murnaus Stummfilmdrama DER LETZTE MANN – für viele der Hotelfilm schlechthin. Doch schnell entpuppt er sich als ein Kammerspiel über den sozialen Abstieg des Portiers eines Grand Hotels.
Dank seiner prächtigen Uniform wird der Portier in seinem Mietshaus als Respektsperson bewundert. Als er aus Altersgründen aber zum Toilettenmann degradiert wird und fortan einen Kittel tragen muss, bricht für ihn die herrschende Ordnung zusammen.

DER LETZTE MANN kommt fast vollständig ohne Zwischentitel aus und ist damit der erste Stummfilm, bei dem dies erfolgreich umgesetzt wurde. Das liegt zum einen an der beeindruckenden Leistung von Emil Jannings, zum anderen aber auch an der technischen Virtuosität des Films: Die Kamera von Karl Freund bewegt sich „entfesselt“ durch die Räume und visualisiert, auch durch die Verbindung von Traumsequenzen, Überblendungen und Spezialeffekten, das Seelenleben ihres Protagonisten. Eine so starke Subjektivierung des Kamerablicks hatte es bis dato im deutschen Stummfilm noch nicht gegeben.

„Nach fast 80 Jahren kommt eine liebevoll und sorgfältig restaurierte Fassung mit neuer Musik zur Aufführung, die der Vision des Regisseurs sogar noch näher kommt als zum Zeitpunkt der Premiere. Das Ergebnis ist einer der glücklichsten Momente in der Restaurationsgeschichte, denn die neue Musik schmiegt sich den Filmszenen wie aus einem Guss an und entzieht sich den Verlockungen einer avancierten Tonsprache, ohne durch kommentierende Klischees zum inhaltsleeren Pasticcio zu verkommen. Eindrucksvoll zeigt sich, welche Ausdruckskraft eine synergetische Verbindung von Bild- und Klangsprache zu entfalten vermag.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Mi 18.5.16 20.15 Uhr
So 22.5.16 15.30 Uhr
Menschen im Hotel
DER LETZTE MANN
Regie: F. W. Murnau, DE 1924, 90 min, DCP mit eingespielter Musik von Giuseppe Becce (bearbeitet von Detlev Glanert), FSK: ab 0, mit Emil Jannings, Maly Delschaft, Georg John

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