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CARMEN Premiere

Die Berliner Museumsinsel war nach der vollständig digitalen Präsentation im letzten Sommer endlich wieder realer Spielort der UFA Filmnächte. Vom 25. bis zum 27. August 2021 präsentierten Bertelsmann und UFA an drei Abenden unter freiem Himmel, vor spektakulärer Kulisse und von Live-Musik begleitet, Meisterwerke des Weimarer Kinos, die allesamt internationale Kinogeschichte geschrieben haben. Das Stummfilmfestival fand parallel auch im Netz statt: Mit Livestreams, einer neuen Website und digitalen Programminformationen.

Den Auftakt machte am 25. August Ernst Lubitschs CARMEN VON 1918, eine freie Bearbeitung der gleichnamigen Oper von Georges Bizet und Lubitschs erste Großproduktion mit einem Heer von Statisten. Wegen seiner Opulenz und der schauspielerischen Extraklasse von Pola Negri sorgte der Film damals weltweit für Aufsehen. CARMEN wurde von der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung mit finanzieller Unterstützung von Bertelsmann aufwändig digital restauriert. Das filmische Juwel wurde dem Publikum nun erstmals wieder in weitgehend vervollständigter Schnittfassung und mit rekonstruierter Farbgebung präsentiert. Auf der Museumsinsel begleitete den Stummfilm live das ensemble KONTRASTE mit einer Neukomposition von Tobias Schwencke, die im Auftrag von ZDF/Arte entstand. Weitere Infos finden Sie auf unserer Projektseite.

Der Abend des 27. Augusts war Friedrich Wilhelm Murnaus Klassiker NOSFERATU (1921) gewidmet. Begleitet wurde die „Mutter aller Horrorfilme“ von dem weltberühmten Organisten Cameron Carpenter, der die internationale Musikwelt mit seiner Virtuosität an der Orgel seit Jahren in Begeisterungsstürme versetzt.

 

Über die Stiftung

Aufgabe und Ziel
Kein anderes Medium hat das 20. Jahrhundert so geprägt, es so umfassend und authentisch festgehalten wie der Film. Keines war aber auch je so vom Verlust bedroht: Verstümmelung, Vernichtung und Zersetzung des Materials haben heute einen Großteil des Filmerbes bereits nachhaltig geschädigt. Die Murnau-Stiftung hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieses kulturelle Filmerbe zu erhalten, wiederherzustellen, zu restaurieren und zu rekonstruieren sowie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Bestände und Titel
Der kultur- und filmhistorisch herausragende Bestand reicht von Beginn der Laufbilder bis zum Anfang der 1960er Jahre und umfasst 2000 Stummfilme, 1000 Tonfilme und rund 3000 Kurz-, Werbe- und Dokumentarfilme. Dazu gehören Filme bedeutender Regisseure wie Fritz Lang, Ernst Lubitsch, Detlef Sierck, Helmut Käutner und Friedrich Wilhelm Murnau, dem Namensgeber der Stiftung.
Zu den bekanntesten Titeln zählen DAS CABINET DES DR. CALIGARI (1919/20), METROPOLIS (1925/26),  DER BLAUE ENGEL (1929/30), DIE DREI VON DER TANKSTELLE (1930), MÜNCHHAUSEN (1942/43), GROSSE FREIHEIT NR.7 (1943/44).

Deutsches Filmhaus in Wiesbaden
Seit April 2009 betreibt die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in zentraler Lage der Landeshauptstadt Wiesbaden das Deutsche Filmhaus, das filmkulturellen Einrichtungen, Interessenvertretungen aus der Filmwirtschaft sowie Film- und Medienunternehmen ein gemeinsames Domizil bietet. In dem modernen Büro- und Veranstaltungskomplex bietet das Murnau-Filmtheater einen öffentlichen Kinospielbetrieb, im Multifunktionsbereich finden zahlreiche Veranstaltungen und Ausstellungen statt.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1966 setzt sich die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, eine Stiftung bürgerlichen Rechts, für den Erhalt und die Pflege eines Großteils des deutschen Filmerbes ein. Ihre einzigartigen Bestände öffentlich zugänglich zu machen, gewinnt seit Jahren an Bedeutung und wird die Arbeit auch künftig zunehmend prägen.
Wichtigstes Stiftungskapital ist der einzigartige, in sich geschlossene Filmstock, der Kopien und Materialien der ehemaligen Produktionsfirmen Ufa, Universum-Film, Bavaria, Terra, Tobis und Berlin-Film – samt den damit verbundenen Rechten – aus über sechs Jahrzehnten deutscher Filmproduktion umfasst.

Christiane von Wahlert

Christiane von Wahlert
(Vorstand der Murnau-Stiftung)

Foto: Wonge Bergmann

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