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Boß war einst ein berühmter Trapezartist und kann nach einem Unfall nicht mehr auftreten. Heruntergekommen fristet er sein Leben mit Frau und Kind als Schaubudenbesitzer mitten auf St. Pauli. Eines Tages bringen Matrosen ein junges und hübsches Mädchen zu ihm, die als Tänzerin bei ihm auftreten darf. Er verliebt sich in die verführerische Berta-Marie und verlässt ihretwegen seine Familie. Zusammen finden sie ein Engagement im Wintergarten, wo sie mit dem Artisten Artinelli als Trio große Erfolge feiern. Doch als Boß erfährt, dass Berta ihn mit Artinelli betrügt, wird er rasend vor Wut …
 
VARIETÉ basiert auf dem Buch „Der Eid des Stephan Huller“ von Felix Holländer, welches 1912 erschien und zuvor bereits zweimal verfilmt wurde. Das Artistenmelodram gehörte zu den größten Exporterfolgen der Weimarer Republik. Filmhistorische Bedeutung erlangte VARIETÉ außerdem durch die spektakulären Aufnahmen Karl Freunds, der die sogenannte entfesselte Kamera etablierte und gemeinsam mit Eugen Schüfftan für die Kameratricks verantwortlich zeichnete. Vor allem das Spiel grandioser Darsteller wie des Weltstars und ersten Oscar-Preisträgers Emil Jannings faszinieren auch heutige Zuschauer. Sensationell sind auch die Trapez-Szenen mit dem Saltomortale, die von dem damals berühmten Artisten-Trio „Codonas“ gedoubelt wurden. Der Erfolg bei Publikum und Kritik ebnete für Regisseur E. A. Dupont seinerzeit den Weg nach Hollywood. 

Weitere Informationen zum Film gibt’s hier

Die Veranstaltungsreihe findet statt in Kooperation mit dem Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.. und der jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Jüdische Filmschaffende im Kino der Weimarer Republik
VARIETÉ
Regie: E. A. Dupont, DE 1925, 95 min, DCP mit eingespielter Musik von The Tiger Lillies, Komposition: Martyn Jacques, FSK: ab 6, mit Emil Jannings, Lya de Putti, Warwick Ward

Einführung: Filmwissenschaftlerin Anne Siegmayer


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