Direkt zum Inhalt
Film

Brüssel (Juni 2018) - Mitschnitt eines europäischen Filmkulturerbes – zwischen Stummfilmen und modernen Produktionen

Die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich lud am 10.07.2018 gemeinsam mit Bertelsmann Unternehmen Brüssel zu einem Filmabend im Zeichen des Filmkulturerbes ein, um mit den geladenen Experten der Bedeutung und dem Einfluss des goldenen Zeitalters der Stummfilme als Narrativ für die heutige Filmproduktion nachzugehen. Die thematische Rahmensetzung des Abends erfolgte zunächst durch einen kurzen Trailer zum 100-jährigen Jubiläum der UFA, der die Überlieferung von Filmen und deren Vermittlungsleistung als zentraler Kunstform des 20. Jahrhunderts nachzeichnete. Im Rahmen einer anschließenden Paneldiskussion wurden das Filmkulturerbe, die gegenwärtigen Filme im Kino und Fernsehen sowie Herausforderungen für die Branche im Kontext moderner Produktionen diskutiert.

Ernst Szebedits, Vorstand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, erläuterte die Arbeit der Stiftung, die sich seit ihrer Gründung im Jahr 1966 für den Erhalt, die Pflege und die Zugänglichmachung eines Großteils des deutschen Filmerbes von herausragender kultur- und filmhistorischer Bedeutung einsetzt. Szebedits hob ferner die gesellschaftlichen Chancen des Filmkulturerbes für die zukunftsweisenden Strategien zur strukturellen Stärkung des europäischen Filmstandorts hervor. Nico Hofmann, CEO UFA GmbH, betonte das Filmkulturerbe ebenfalls als eine wichtige Grundlage für die heutige Filmproduktion, das zugleich auch die digitale Medien- bzw. gesellschaftliche Erinnerungskultur bilde. Hofmann lobte weiterhin die Vielfalt des europäischen Films und forderte dessen Stärkung im internationalen Wettbewerb, insbesondere gegenüber den USA. Martin Dawson, stellvertretender Referatsleiter für die Programme „Kreatives Europa“ und „MEDIA“ in der Generaldirektion Kommunikationsnetze, Inhalte und Technologien (Connect) der Europäischen Kommission ging auf die neue Online-Plattform der EU-Kommission ein, die bis Ende 2018 im Dialog mit Filmemachern, Produktionsfirmen, Sendern und anderen Stakeholdern europäische Filme fördern soll. Das Programm Media wolle die Diversität des europäischen Films und das Filmerbe fördern. Einigkeit auf dem Podium herrschte über die grenzüberschreitende, Kulturen verknüpfende Rolle des Filmes in der heutigen Gesellschaft, sowie der Kontextualisierung des Weltgeschehens durch Reflektion der Entstehungszeit des Filmes.

Im Hinblick auf den europäischen Filmstandort betonten die Diskutanten geschlossen die Notwendigkeit der steuerrechtlichen Gleichstellung mit der US-amerikanischen Konkurrenz, der Stärkung des Urheberrechtes, sowie ferner der Markteinstiegserleichterung existierender europäischer Streamingdienste. Den Abschluss des Abends bildete der Kurzfilm „Ins Grab kann man nichts mitnehmen“ von Wolfgang Staudte aus dem Jahre 1941. Der anschließende Empfang bot Gelegenheit für Austausch mit den Podiumsgästen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Marc Sundermann, Leiters des Verbindungsbüros Bertelsmanns in Brüssel / Senior Vice President Gouvernement Relations.

Quelle: Bericht aus Brüssel Nr. 14/2018 der Vertretung des Landes Hessen bei der EU vom 13.07.2018

Foto oben: © Eric Berghen (von links Marc Sundermann, Head of the Brussels Liaison Office, Senior Vice President Government Relations Bertelsmann SE & Co. KGaA und Ernst Szebedits, Vorstand Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung)

« Zurück