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Film

Wiesbaden (16.08.2019) - Die systematische Digitalisierung und Restaurierung von Filmtiteln in bestmöglicher Qualität wird auch in Zukunft die vorrangige Aufgabe der Stiftung sein, da zum einen die Kinoprojektion europaweit zwischenzeitlich fast ausschließlich digital stattfindet. Dies bedeutet für eine Institution wie die Murnau-Stiftung, deren Aufgabe es ist, das nationale Filmerbe sowohl zu erhalten als auch öffentlich zugänglich zu machen, dass sie ihre Bestände sukzessive digitalisieren muss, um sie als digitale Verleihkopien anbieten zu können. Ansonsten können die Filme im Bestand der Stiftung, die als analoge 35mm Kopien vorliegen, zukünftig national wie international nicht mehr vorgeführt werden.
Zum anderen ist das Material aufgrund seines Alterungsprozesses immer mehr vom Zerfall betroffen und muss somit auch zu archivarischen Zwecken dringend digitalisiert werden, damit das nationale Filmerbe als zeithistorisches Dokument in absehbarer Zeit nicht verloren geht. Für den Filmstock der Murnau-Stiftung, der einen Großteil der deutschen Filmproduktion bis 1945 und viele Werke bis in die 1960er umfasst, würde dies bedeuten, dass Kinokultur in Zukunft ohne das deutsche Filmerbe stattfindet: ohne Murnau`s FAUST, ohne Käutner`s DIE GROSSE FREIHEIT NR. 7, ohne Sternberg`s DER BLAUE ENGEL. Schauspieler-/innen wie Marlene Dietrich, Emil Jannings, Heinz Rühmann, Zarah Leander und Regisseure wie Friedrich Wilhelm Murnau, Wolfgang Staudte oder Ernst Lubitsch würden aus unserem kollektiven Bewusstsein verschwinden.

Deshalb begrüßen wir die Digitalisierungsoffensive von Bund, Ländern und Filmwirtschaft als einen ersten Schritt zur Sicherung dieses wichtigen deutschen Kulturgutes sehr. Gemeinsam mit der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und den Bundesländern hat die Filmwirtschaft im letzten Jahr eine Vereinbarung zum Erhalt des nationalen Filmerbes getroffen: Ab Januar 2019 stehen für einen Zeitraum von zunächst 10 Jahren jährlich bis zu 10 Millionen Euro für die Digitalisierung von Kinofilmen zur Verfügung. Die Mittel werden von den drei Partnern zu jeweils einem Drittel aufgebracht.

Die Hessenschau vom 15. August hat das Thema "Filmerbe in Gefahr" aufgegriffen. Hier geht´s zur Mediathek.

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