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Film

Hitlerjunge Quex

(Spielfilm/Hauptfilm)

  • Drama aus dem Jahre 1933
  • Deutsche Erstaufführung: 19.09.1933
  • Länge: 2609m 96min
  • Land: Deutschland
  • Produzent: Karl Ritter
  • Regie: Hans Steinhoff
  • Drehbuch: Karl Aloys Schenzinger, Bobby E. Lüthge
  • Autor: Karl Aloys Schenzinger
  • Kamera: Konstantin Irmen-Tschet
  • Musik: Hans Otto Borgmann
  • Ton: Walter Tjaden, Erich Leistner
  • Bauten: Benno von Arent, Artur Günther
  • Kurzinhalt:
    Hans Steinhoffs HITLERJUNGE QUEX ist aus dem Jahr 1933 und damit einer der ersten großen nationalsozialistischen Propagandafilme, der sich zudem direkt an die Kinder und Jugendlichen wandte. Der Film spielt während der Straßenkämpfe zwischen Kommunisten und Faschisten Anfang der 1930er Jahre. Heini Völker ist der Sohn eines zum Sozialismus tendierenden Arbeiters, der Heini davon überzeugen will, ...
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    Hans Steinhoffs HITLERJUNGE QUEX ist aus dem Jahr 1933 und damit einer der ersten großen nationalsozialistischen Propagandafilme, der sich zudem direkt an die Kinder und Jugendlichen wandte. Der Film spielt während der Straßenkämpfe zwischen Kommunisten und Faschisten Anfang der 1930er Jahre. Heini Völker ist der Sohn eines zum Sozialismus tendierenden Arbeiters, der Heini davon überzeugen will, in eine linksorientierte Jugendgruppe einzutreten. Der tugendhafte Sohn fühlt sich jedoch zu der Hitlerjugend hingezogen. Die moralischen und körperlichen Gegensätze werden in einer widersinnigen Schwarz-Weiß-Zeichnung gegenübergestellt: Die Kommunisten sind lasterhaft und vulgär, die Mädchen und Jungen der HJ dagegen brave, vaterlandstreue Pfadfinder. Heini erfährt von einem Anschlag der Kommunisten auf ein Jugendheim der HJ und verrät den Plan. Dadurch ist sein Leben in der kommunistischen Jugendorganisation verwirkt. Heinis verzweifelte Mutter versucht ihren Sohn und sich selbst umzubringen, bevor sich die Kommunisten an ihrem Kind rächen können, aber der Junge überlebt. Nach den erschütternden Ereignissen bekennt sich auch Heinis Vater zum Nationalsozialismus. Die HJ besucht Heini im Krankenhaus, nimmt ihn nun offiziell in ihre Gruppe auf und schenkt ihm eine ihrer Uniformen. Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus engagiert sich Heini mit Tatendrang und verteilt bei einer Propaganda-Aktion Flugplätter der Nationalsozialisten. Dabei wird er von Kommunisten niedergeschossen. Der nationalsozialistische Propagandafilm HITLERJUNGE QUEX ist einer der wenigen Jugendfilme im Dritten Reich. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach wurde zum Schirmherrn des Filmprojekts ernannt. Er stellte Mädchen und Jungen der Hitlerjugend als Darsteller zur Verfügung. Mit dem Film sollten Kinder der linksgerichteten Arbeiterfamilien sowie politisch Unentschlossene überzeugt werden, sich der HJ sowie der NSDAP anzuschließen. HITLERJUNGE QUEX bot den Kindern ein fanatisches Ideal und leere Versprechen von einer besseren Zukunft. Der Mord an Heini am Ende des Films wird als „Heldentod“ inszeniert. Die Nationalsozialisten nutzten die Leichtgläubigkeit der Kinder aus, um sie für ihre eigene Zwecke zu instrumentalisieren. Da der Film in Berliner Arbeitervierteln der Zeit spielt und die filmische Darstellung sowie die Handlung mit realistischen Stilmitteln arbeitet, wird HITLERJUNGE QUEX oft mit dem Filmstil des Weimarer Kinos verglichen. Der Regisseur Hans Steinhoff machte sich den politischen Realismus dieser Zeit zunutzte, um den Gegner auf eigenem Terrain zu schlagen. Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert. Seit 1966 befinden sich die ehemaligen Verbotsfilme im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und werden unter Vorbehalt in öffentlichen Aufführungen zugänglich gemacht. Darunter fallen die Propagandafilme aus der Zeit des Nationalsozialismus, deren Inhalt kriegsverherrlichend, rassistisch, antisemitisch und/oder volksverhetzend ist und deshalb auf Beschluss des Stiftungs-Kuratoriums nicht für den allgemeinen Vertrieb freigegeben werden. Diese Vorbehaltsfilme stehen jederzeit in den Räumen der Stiftung selbst für schulische, wissenschaftliche und dokumentarische Zwecke zur Sichtung zur Verfügung. Die vielfältigen und jederzeit möglichen bundesweiten öffentlichen Aufführungen in Kinos, Universitäten, Schulen etc. sind eingebunden in einen einführenden Vortrag und eine anschließende Diskussion.
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  • Produktion: Universum Film AG (Ufa)