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Film

Flucht ins Dunkel

(Spielfilm/Hauptfilm)

  • Abenteuerfilm aus dem Jahre 1939
  • Deutsche Erstaufführung: 08.08.1939
  • Länge: 2356m 87min
  • Land: Deutschland
  • Regie: Arthur Maria Rabenalt
  • Drehbuch: Philipp Lothar Mayring
  • Autor: Karl Unselt
  • Kamera: Oskar Schnirch
  • Musik: Hans-Martin Majewski
  • Ton: Carl Erich Kroschke
  • Bauten: Willi A. Herrmann, Friedrich Scheibe
  • Kurzinhalt:
    FLUCHT INS DUNKEL ist ein Propagandafilm von Arthur Maria Rabenalt aus dem Jahr 1939, der zur Zeit der gleichgeschalteten Filmindustrie des Dritten Reichs entstanden ist. Der Film beginnt im September 1914, als sich die deutschen Truppen im Vormarsch auf Paris befinden. Die Soldaten Dr. Gildemeister und Engelbrecht, die sich kurz vor Senlis treffen, haben vor dem Krieg zusammen in den Forschungsa ...
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    FLUCHT INS DUNKEL ist ein Propagandafilm von Arthur Maria Rabenalt aus dem Jahr 1939, der zur Zeit der gleichgeschalteten Filmindustrie des Dritten Reichs entstanden ist. Der Film beginnt im September 1914, als sich die deutschen Truppen im Vormarsch auf Paris befinden. Die Soldaten Dr. Gildemeister und Engelbrecht, die sich kurz vor Senlis treffen, haben vor dem Krieg zusammen in den Forschungsabteilung der Wrede-Werke gearbeitet. Der Chemiker Dr. Gildemeister leitete das Labor und arbeite zudem bei Kriegsausbruch für die Firma Laroche, einem Lizenznehmer von Wrede, im französischen Senlis. Während dieser Zeit entdeckte er eine Aluminiumlegierung mit der Zerreißfestigkeit von Stahl, doch muss er seine Forschungsergebnisse wegen des Kriegsausbruches zurücklassen. Als ihre Offensive wenige Kilometer vor Senlis abgebrochen wird, will Gildemeister sich alleine durchkämpfen, um die Forschungsergebnisse zu holen. Doch bei dem Versuch gerät er in Kriegsgefangenschaft. Nach dem Krieg kehrt Engelbrecht an seinen alten Arbeitsplatz in Deutschland zurück und muss feststellen, dass der vergnügungssüchtige Sohn des verstorbenen Wrede die Firma ans Ausland verkaufen will. Zusammen mit dessen Schwester Barbara schafft es Engelbrecht, selbst Fabrikbesitzer zu werden und die wichtigen Forschungen voranzutreiben. Zwischen Barbara, die vor Kriegsausbruch mit Gildermeister zusammen war, und Engelbrecht bahnt sich eine Liebesgeschichte an. Als Gildemeister die Flucht nach Deutschland gelingt und plötzlich wieder in der Firma auftaucht, hält er Engelbrecht zunächst für einen Betrüger, der ihm Geld, Forschungen und Frau gestohlen hat. Doch Engelbrecht überträgt Gildemeister sofort die Firma, gemeinsam betreiben sie ihr bedeutendes Forschungsprojekt weiter und auch Barbara entscheidet sich für ihren tot geglaubten Geliebten. FLUCHT INS DUNKEL bedeutet im Kontext des Films die Flucht aus der französischen Kriegsgefangenschaft in eine ungewisse Zukunft, ins Deutschland der Weimarer Republik. Die Nationalsozialisten griffen in ihren Filmproduktionen oft auf den Ersten Weltkrieg und seine Folgen durch den Versailler Vertrag sowie die politischen Umbrüche danach zurück. Dabei inszenierte die NS-Propaganda Deutschland als Opfer fremder Mächte und die demokratische Regierung der Weimarer Republik als unfähig, mit den Folgen des verlorenen Krieges umzugehen. So wird auch in FLUCHT INS DUNKEL die Gesellschaft 1919 als chaotisch und vergnügungssüchtig dargestellt. Diese verfälschende Wiedergabe der Realität sollte dem deutschen Publikum einreden, dass die Machtergreifung Hitlers notwendig gewesen sei, um die Bevölkerung aus ihrem „Elend“ zu befreien. Außerdem sollte die eigene politische, ideologische und militärische Aggression als Notwehrhandlung gegen die Folgen des Versailler Vertrages gerechtfertigt werden. Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert. Seit 1966 befinden sich die ehemaligen Verbotsfilme im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und werden unter Vorbehalt in öffentlichen Aufführungen zugänglich gemacht. Darunter fallen die Propagandafilme aus der Zeit des Nationalsozialismus, deren Inhalt kriegsverherrlichend, rassistisch, antisemitisch und/oder volksverhetzend ist und deshalb auf Beschluss des Stiftungs-Kuratoriums nicht für den allgemeinen Vertrieb freigegeben werden. Diese Vorbehaltsfilme stehen jederzeit in den Räumen der Stiftung selbst für schulische, wissenschaftliche und dokumentarische Zwecke zur Sichtung zur Verfügung. Die vielfältigen und jederzeit möglichen bundesweiten öffentlichen Aufführungen in Kinos, Universitäten, Schulen etc. sind eingebunden in einen einführenden Vortrag und eine anschließende Diskussion.
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  • Produktion: Terra-Filmkunst GmbH.