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Film

Projekt: DER STRÄFLING AUS STAMBUL

Projekt: DER STRÄFLING AUS STAMBUL

Die digitale Restaurierung des Films DER STRÄFLING AUS STAMBUL (1929, Regie Gustav Ucicky) wurde ermöglicht durch das FFE - Förderprogramm Filmerbe, finanziert durch BKM, Länder und FFA.

Am 29. August 2025 fand die Premiere
der digital restaurierten Fassung im Rahmen der UFA-Filmnächte statt.

Live begleitet durch PC Nackt.

 

Synopsis
Thomas Zezi, ein Schmuggler, der nach Jahren in Haft nach Hause zurückkehrt, muss feststellen, dass sein Komplize Manopulos sich aufopferungsvoll um seine Wohnung, seine Geschäfte und seine Freundin „gekümmert“ hat. Er setzt die beiden vor die Tür und beschließt fortan ein ehrliches Leben zu führen. Seinen neuen Lebenswandel unterstützt die junge Staubsaugerverkäuferin Hilde Wollwarth, in die er sich verliebt. Um sie heiraten zu können, besorgt er sich gefälschte Papiere - denn Hilde weiß nichts von seiner finsteren Vergangenheit und dass er bereits verheiratet ist. Seine Ehefrau Jola ist vor Jahren untergetaucht. Durch Manopulos erfährt sie von seinen Heiratsabsichten und konfrontiert Hilde und Zezi damit...

Hintergrund
DER STRÄFLING AUS STAMBUL passierte am 16.08.1929 die Zensur, wurde mit einem Jugendverbot belegt, erhielt aber das Prädikat „künstlerisch“. Das Drehbuch basiert auf dem 1925 veröffentlichten Roman Das Fräulein und der Levantiner von Fedor von Zobeltitz. Regie führte der Österreicher Gustav Ucicky. Während der Stummfilmzeit war er hauptsächlich als Kameramann tätig, oftmals für Regisseur Mihaly Kertesz (später Michael Curtiz), bevor er ins Regiefach wechselte. Mit frühen Tonfilmen wie der Komödie HOKUSPOKUS (1930) etablierte Ucicky sich als versierter Könner leichter Unterhaltung, wurde aber immer häufiger auch mit vaterländischen Stoffen betraut und zeichnete für die NS-Propagandafilme FLÜCHTLINGE (1933) und HEIMKEHR (1941) verantwortlich. 
Für Ucicky war DER STRÄFLING AUS STAMBUL die erste Zusammenarbeit mit Heinrich George, der damals als begnadeter Schauspieler galt. Georges Figur des Schmugglerkönigs und Geschäftsmanns ist das Zentrum des Films. Ucicky ergänzte Georges mimisch und gestisch vielsagendes Spiel durch filmische Ausdrucksmittel. Betty Amann spielt die weibliche Hauptrolle. Ihre ersten Filmrollen spielte die Tochter deutsch-amerikanischer Eltern in den USA. 1928 lernte sie Erich Pommer und Joe May kennen, die sie für ihre erste deutsche Rolle verpflichteten: Die Brillanten-Else in ASPHALT, eine Gangsterbraut und Juwelendiebin.

Bearbeitung
DER STRÄFLING AUS STAMBUL wurde 1929 unter der Regie von Gustav Ucicky von der Universum-Film AG (Ufa) in zwei Fassungen produziert: eine stumme und eine Ton-Musikfassung.
Zwei Originalnegative des Films aus dem ehemaligen Bestand des Staatlichen Filmarchivs der DDR werden heute im Bundesarchiv verwahrt. Diese weichen in der Kameraperspektive voneinander ab, aber nicht in der Schnittreihenfolge.
In einem der Originalnegative sind die Zwischentitel in Form von handgeschriebenen Titeln oder von Einzelbildern überliefert. Dieses Material entspricht der stummen Premierenfassung.
Das andere Negativ wurde für die Musikfassung angefertigt; der begleitende Musikträger gilt heute als verschollen.
Die zwei Negative wurden 2025 im Auftrag der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung in 4K digitalisiert und dienten als Grundlage für die digitale Restaurierung der beiden Filmfassungen. 
Die als Einzelbilder vorhandenen Blitztitel wurden in der Stummfilmfassung weitestgehend durch die Zwischentitel der Musikfassung digital ersetzt, da sie in der Schriftart und Gestaltung identisch sind. Zwei Titel, für die keine Vorlage erhalten ist, wurden digital verlängert. Entfernte Einstellungen der finalen Sequenz wurden wiederentdeckt und eingefügt.
Für den Film wurden zwei abweichende Enden gedreht.  Im Anschluss an das Filmende der deutschen Premierenfassung wird die wiederentdeckte alternative Variante zur Veranschaulichung gezeigt.

DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
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DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung
DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung DER STRÄFLING AUS STAMBUL | Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Vorher-Nachher Vergleiche des Rohscans und der finalen Restaurierung.

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Mehr im Themen-Special zu den UFA-Filmnächten hier.

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