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Harald Paulsen (*26.8.1895 in Elmshorn; †4.8.1954 in Hamburg) war ein deutscher Theater- und Filmschauspieler, der sich später auch als Regisseur betätigte.
Nach seinem Debüt 1913 am Hamburger Stadttheater zog er 1915 in den Ersten Weltkrieg. Nach einer kurzen Anstellung am Fronttheater in Miltau, Lettland kehrte Paulsen 1919 nach Deutschland zurück. Zu seinen bemerkenswertesten Erfolgen am Theater zählt seine Rolle als Mackie Messer in der Uraufführung von Bertold Brechts „Dreigroschenoper“. Damals galt Paulsen als Brecht-Verehrer.

Paulsens Karriere als Filmschauspieler begann 1919 mit seiner ersten Rolle in dem Stummfilm INTERMEZZO. Während er in den Zwanzigern häufig nur Nebenrollen ergatterte, rückte er im Zuge der NS-Zeit deutlich mehr ins Rampenlicht und spielte in Produktionen wie den Kriminalfilmen KENNWORT: MACHIN und SCHÜSSE IN KABINE 7, dem Bauernschwank FLOH IM OHR sowie dem Artisten-Melodram DIE DREI CODONAS mit. Grund hierfür war vermutlich unter anderem seine enge Verbindung zum nationalsozialistischen Regime: Paulsen galt als glühender Sympathisant der Nationalsozialisten, der auch in gezielten NS-Propaganda und Hetzfilmen wie OHM KRÜGER oder ICH KLAGE AN mitwirkte.

Nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg erhielt Paulsen zwar im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen wie etwa Emil Jannings kein Berufsverbot, trotz allem gelang es ihm nicht, seine Popularität aus der NS-Zeit in die Nachkriegszeit zu übertragen. Am 4. August 1954 erlag er mit nur 59 Jahren einem Schlaganfall.
Harald Paulsens Sohn Uwe Paulsen (1944-2014) trat in die Fußstapfen seines Vaters und war bis zu seinem Tod als Schauspieler sowie Synchronsprecher tätig.

Quelle DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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