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Film

Wiesbaden, 21.06.2021 - In den letzten Monaten konnte die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung sieben weitere Filme von Helmut Käutner digital remastern. Käutner ist nicht nur einer der bedeutendsten deutschen Nachkriegsregisseure, sondern war bereits zu Zeiten des Nationalsozialismus als Drehbuchautor und Regisseur tätig, stets ein Stück vom regimetreuen Kino vieler seiner Kollegen entfernt. Er gilt als der poetische Realist des deutschen Films. Das deutsche Frühwerk des Regisseurs, entstanden bis 1945, befindet sich im Rechtebestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung. Mit den Titeln MARGUERITE: 3 (1939), DIE STIMME AUS DEM ÄTHER (1939), SALONWAGEN E417 (1939), FRAU NACH MAẞ (1940), ANUSCHKA (1942) und WIR MACHEN MUSIK (1942) konnten die bisher digitalisierten Filme KITTY UND DIE WELTKONFERENZ (1939), KLEIDER MACHEN LEUTE (1940), AUF WIEDERSEHN, FRANZISKA! (1941), ROMANZE IN MOLL (1943), GROẞE FREIHEIT NR. 7 (1944) und UNTER DEN BRÜCKEN (1945) komplettiert werden. Ein weiteres kürzlich digitalisiertes Highlight ist Käutners deutsch-französische Komödie DIE GANS VON SEDAN (1959).

Außerdem konnten die beiden Melodramen DIE GROẞE LIEBE (1942) und DAMALS (1943) digitalisiert werden. In beiden Filmen spielt Ufa-Star Zarah Leander unter der Regie Rolf Hansens. DAMALS war der letzte Film, den die Schwedin für das NS-Regime drehte, bevor sie aus Deutschland emigrierte.

Ebenfalls neu verfügbar und nun auch auf DVD im Handel erhältlich ist der Kriminalfilm ORIENT-EXPRESS (1944, R: Viktor Tourjansky), in dem Paul Dahlke und Josef Offenbach im titelgebenden Zug nach einem Mörder suchen.

Auch Erich Engels Spionagefilm HOTEL SACHER (1939) mit Sybille Schmitz und Willy Birgel steht für den digitalen Kinoverleih zur Verfügung und ist bereits am 29. Januar auf DVD und Blu-ray erschienen.
Mit der französischen Schauspielerin und Sängerin Magali Noël und dem jungen Götz George brilliert Helmuth Ashleys MÖRDERSPIEL (1961) um einen mordenden Modeschöpfer. Der Titel ist ebenfalls digital remastert als DCP erhältlich.

In Kürze steht außerdem die digitale Restaurierung von DIE ABENTEURERIN VON TUNIS (1931) des Erfolgsduos Ellen Richter und Willi Wolff zur Verfügung. Wolff führte Regie, Richter spielte die Rolle der weiblichen Hauptfigur, der Tänzerin Colette. Ellen Richter war eine Ausnahmeerscheinung der Stummfilmära. Nicht nur gründete sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Willi Wolff ihre eigene Produktionsfirma vielmehr war sie von Beginn ihrer Karriere an eine Abonnentin auf Hauptrollen, in denen sie starke Frauenfiguren auf der Leinwand präsentierte. Die Machtergreifung der Nazis beendete ihre Karriere 1933 abrupt. DIE ABENTEURERIN VON TUNIS war ein großer Kassen- und Kritikerfolg. Das einzig bekannte überlieferte Filmmaterial ist eine unvollständige zeitgenössische Verleihkopie aus Zellulosenitrat mit französischen Untertiteln. Diese diente als Bild- und Tonquelle für die 4K-Digitalisierung.

Alle Digitalisierungsprojekte wurden im Rahmen des FFE – Förderprogramm Filmerbe realisiert, das durch BKM, Länder und FFA finanziert wird.

FFE
 

Foto oben: WIR MACHEN MUSIK

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