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ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS (DF)

Im 17. Jahrhundert auf Schloß Grieshuus in Holstein: Der alte Burgherr hat seinen Sohn Hinrich zum Erben bestimmt, während der jüngere Sohn Detlef in der Stadt Jura studiert. Als eines Tages Bärbe, die Tochter des Leibeigenen Owe Heiken von Soldaten überfallen wird, kann Hinrich sie retten. Er verliebt sich in sie und will sie gegen den Willen des Vaters heiraten. Doch während dieses Streites stirbt der Vater. Nun beginnt der Kampf zwischen den ungleichen Brüdern um das Erbe.

Obwohl gleichsam zu den Großproduktionen und ästhetischen Höhepunkte der UFA gehörend, befindet sich ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS (1923-25) heute im Schatten anderer Großproduktionen, die in der gleichen Periode entstanden, wie DIE NIBELUNGEN (1922-24) oder DER LETZTE MANN (1924). Ein Grund für das allmähliche Vergessen des Films mag darin liegen, dass der Regisseur Arthur von Gerlach weitaus weniger bekannt ist als Fritz Lang oder F. W. Murnau. Als er im Premierenjahr des GRIESHUUS-Films im Alter von nur 49 Jahren starb, hinterließ er das schmale Oeuvre von zwei Filmen.

Arthur von Gerlachs ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS wurde von der Friedrich-Wilhelm Murnau-Stiftung digital restauriert. Die Restaurierung versucht, sich dem ursprünglichen Charakter des Films wieder anzunähern. Die Restaurierungsarbeit fand 2004/2005 in Zusammenarbeit von Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung, Wiesbaden und Bundesarchiv-Filmarchiv Berlin/Koblenz statt. L`Immagine Ritrovata, Bologna war für die technische Realisierung zuständig.

Im Rahmen der Kinoreihe Pionierinnen des Kinos stellen wir das Werk der Kostümbildnerin Aenne Willkomm im September mit Monumentalfilm-Zweiteiler DIE NIBELUNGEN und der Theodor Storm-Verfilmung ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS vor.

Pressestimmen:

„Eindrucksvolles Ausstattungsdrama, das inszenatorisch wie darstellerisch exemplarisch das hohe Niveau des Unterhaltungsfilms während der Weimarer Republik aufzeigt. In der emotionalen Wucht an Fritz Langs NIBELUNGEN erinnernd, wird die Novelle von Theodor Storm auf sein blutiges Intrigen- und Rachespiel fokussiert und mahnt im Stil einer griechischen Tragödie den Kampf um das Recht auf Selbstbestimmung (in der Liebe) an.“ (filmdienst.de)

Bild: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Pionierinnen des Kinos
ZUR CHRONIK VON GRIESHUUS
Regie: Arthur von Gerlach, DE 1925, 98 min, DCP mit Originalmusik von Gottfried Huppertz bearbeitet von Olav Lervik, eingespielt vom hr-Sinfonieorchester (Dirigent: Frank Strobel), DF, FSK: ab 6, mit Arthur Kraußneck, Paul Hartmann, Lil Dagover


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