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Wiesbadener Erstaufführung: Yves sitzt in Spanien fest. Es geht weder vorwärts noch rückwärts. Vor acht Jahren ist er in Kamerun aufgebrochen, um in Europa ein neues Leben zu beginnen. Seitdem hat die Familie nichts von ihm gehört. Die Filmemacherin Melanie Gärtner nimmt Videobotschaften von Yves auf, reist damit nach Kamerun und trifft dort seine Familie: Seine Schwester Annie hat die Rolle der Mutter übernommen und hält die Familie zusammen, der Vater ist krank und braucht dringend Medikamente, der jüngere Bruder übernimmt keine Verantwortung für sein Leben und wartet darauf, dass Yves seine Probleme löst. Doch bei all der Erleichterung über das Lebenszeichen von Yves werden Erwartungen artikuliert, schließlich hat Yves es ins gelobte Europa geschafft. Die Familienmitglieder nehmen nun ihrerseits Videobriefe für Yves auf. In den Augen seiner Familie kann nur er ihr Leben zum Besseren wenden. Er darf nicht scheitern, sonst ist seine Rückkehr ausgeschlossen.

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Melanie Gärtners Dokumentarfilm YVES’ VERSPRECHEN feierte seine Weltpremiere 2017 beim International Documentary Festival in Amsterdam in der Wettbewerbskategorie für den besten Erstlingsfilm.

„Endlich wirft jemand einen anderen Blick auf ein Thema, das in den Medien so allgegenwärtig ist, wie Migration nach Europa. Melanies Neugier und ihre sehr persönliche Art Geschichten zu erzählen haben daraus einen bemerkenswerten Film gemacht.“ (Raul Nino Zambrano, International Documentary Festival Amsterdam 2017)


Dr. Ramona Lenz, medico international e.V.:

„Der Film erzählt von einer schier endlosen Reise, der enormen Last der Verantwortung für die Familie zu Hause und der Unvorstellbarkeit einer Rückkehr. Der Ausnahmezustand zwischen Aufbruch und Ankunft wird auf berührende Weise zum Thema gemacht. Ein intensiver Einblick in die komplexe Realität der Migration.

Ein intensiver Einblick in die komplexe Realität der Migration, der deutlich macht, dass die Antwort der Festung Europa – abschotten, abschieben, auslagern – viel zu schlicht sind.“


Pressestimmen:

„Ein Flüchtlingsfilm mit einer ungewöhnlichen Perspektive. Zweimal ist Yves von Marokko nach Europa übergesetzt. Doch die Doku folgt ihm nur am Rande, sie beschäftigt sich mit seiner Familie in Kamerun – und den Hoffnungen, die sie in ihn setzt. […] Aber YVES' VERSPRECHEN ist nicht auf Mitleid aus. Der Film zeigt, dass es kein einzelnes Flüchtlingsschicksal gibt, sondern dass immer noch andere daran hängen, Menschen, die hoffen und bangen und lieben und fordern. Das ist der zutiefst humane Grundzug dieses Films.“ (epd-Film)

Foto oben: © 2019 jip film & verleih

Do 26.9. 20.15 OmU
Interkulturelle Woche
YVES‘ VERSPRECHEN
Regie: Melanie Gärtner, DE 2017, 82 min, DCP, OmU, FSK: ab 6

Gespräch mit der Regisseurin im Anschluss

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