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Wien, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts: Der anfängliche Konkurrenzkampf zwischen den beiden starrköpfigen Komponisten Johann Strauß und Joseph Lanner entwickelt sich bald zum regelrechten Walzerkrieg, bei dem nicht Soldaten sondern Takte, Töne und Noten an die Front geschickt werden. Ausgerechnet jetzt soll der beste Walzerkomponist Wiens nach London, um für die enthusiastische junge Queen Victoria den neuen Tanz am königlichen Hofe einzuführen – ein Umstand, der den Konflikt nur noch zuspitzt. Unter den Auswirkungen des „Krieges“ leidet vor allem der Pauker Gustl, der nun im Niemandsland zwischen seinem guten Freund Strauß und seiner Fast-Verlobten Kati Lanner – Tochter des Feindes und neue Vertreterin dessen Orchesters – hin- und hertanzen muss.

Die Tonfilmoperette WALZERKRIEG war der letzte in Deutschland gedrehte Film Ludwig Bergers. Aufgrund seiner jüdischen Abstammung löste die Ufa nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten den Vertrag mit Berger auf. Auch für den deutsch-jüdischen Erfolgsautoren Robert Liebmann wurde WALZERKRIEG die letzte Arbeit in seiner Heimat. Im Vorspann erschien sein Name nicht mehr. Im Gegensatz zu Berger, der die Shoah überlebte und später nach Deutschland zurückkehrte, wurde Liebmann in Frankreich verhaftet, 1942 nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

In Kooperation mit dem Seniorenbeirat Wiesbaden. Weitere Informationen finden Sie hier.

Foto oben: WALZERKRIEG - Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Filmklassiker am Nachmittag
WALZERKRIEG
Regie: Ludwig Berger, DE 1933, 90 min, DCP, FSK: ab 0, mit Renate Müller, Willy Fritsch, Paul Hörbiger

Einführung am 7.10.: Dr. Manfred Kögel, Sondereintritt: 5€


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