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FRIEDEMANN BACH (DF)*

Der junge begabte Komponist Friedemann Bach kündigt seine Anstellung als Organist in Halle, weil er sich bei seiner Musik keine Vorschriften machen lassen will. Sein berühmter Vater Johann Sebastian verhilft ihm zu einem Konzert am Dresdner Hof, woraufhin ihm die Stelle des Hofkomponisten in Aussicht gestellt wird. Große Bewunderung erfährt er sowohl von der Komtesse Antonia Kollowrat als auch von der Tänzerin Mariella Fiorini. Für letztere komponiert er ein erfolgreiches Nymphenballett, fühlt sich aber bald wieder in seiner künstlerischen Freiheit eingeschränkt. Fortan befindet er sich im Zwiespalt zwischen seinen eigenen künstlerischen Idealen und den an ihn herangetragenen Erwartungen als Sohn des großen Johann Sebastian Bach und trifft folgenreiche Lebensentscheidungen.

Filmbiographien über „große Deutsche“ hatten in der gleichgeschalteten NS-Filmproduktion einen hohen Stellenwert. Historische Tatsachen über berühmte Ärzte, Politiker oder Künstler spielten dabei weniger eine Rolle als vielmehr die Verklärung zu nationalsozialistischen Figuren. So auch bei Traugott Müllers Drama über den Komponisten Wilhelm Friedemann Bach, Sohn des Thomaskantors zu Leipzig Johann Sebastian Bach. Nicht die historische Persönlichkeit war von Interesse, sondern das Bild des missverstandenen genialen Künstlers, der sich im Zwiespalt seiner eigenen künstlerischen Identität, den Ansprüchen seiner Familie und den Erwartungen der Gesellschaft befindet und bis zum Letzten für seine Ideale eintritt.

2018 wurde der Film anhand eines kombinierten Duplikatpositivs des Bundesarchiv-Filmarchivs digital remastert. Die Digitalisierung wurde gefördert von der FFA.

Knut Elstermann begibt sich mit "Bach bewegt. Der Komponist im Film" auf eine außergewöhnliche Reise zu Johann Sebastian Bach. Am 29. Oktober stellt der Autor sein neues Buch persönlich im Murnau-Filmtheater vor. 

Bild: Quelle - Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Film trifft Buch
FRIEDEMANN BACH
Regie: Traugott Müller, DE 1941, 100 min, DCP, DF, FSK: ab 12, mit Gustaf Gründgens, Eugen Klöpfer, Leny Marenbach
Einführung am 22.10.: Filmwissenschaftlerin Anne Siegmayer


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