Direkt zum Inhalt

DIE KOFFER DES HERRN O. F. (DF)

In der verschlafenen Kleinstadt Ostend treffen eines Tages dreizehn Koffer ein, die allesamt mit den Initialen O. F. gekennzeichnet sind. Außerdem werden im Grand Hotel Ostend sechs Zimmer bestellt. Die bevorstehende Ankunft des offensichtlich steinreichen Herrn O. F. löst in dem Ort einen sagenhaften Wirtschaftaufschwung aus. In nur einem Jahr wandelt sich Ostend zu einer modernen Großstadt. Da stört es keinen mehr, dass der wahre Herr O. F. nie angekommen ist.

Erich Kästners Liedtexte für die Kleinstadtsatire fanden letztlich nur unter veränderter Fassung Verwendung. Die musikalische Leitung hatte Kurt Schröder. Neben Alfred Abel und Harald Pausen, zählen die späteren Hollywoodstars Hedy Lamarr (hier noch unter ihrem bürgerlichen Namen Hedwig Kiesler) und Peter Lorre zur Besetzung.

„Dieser Film […] geht in gänzlich andern Bahnen, ist nicht experimentell, sondern behandelt ein groteskes Thema im Sinne Nestroys. Und dieses Thema ist so hintergründig, dass allein durch sein Sujet dieser Film bereits ein Niveau hat, das rar geworden ist, ganz abgesehen von der künstlerisch und meisterlichen Regie, mit der es dargestellt wurde. […] Natürlich ist das alles nur ein spaßiger und etwas phantastischer Aphorismus zum Ernst der heutigen Situation. Aber es ist wenigstens ein Film, der abseits vom Klischee, sich geistvoll mit der Zeit auseinandersetzt, im Sinne einer Simplizissimus-Anekdote zwar, über die man zunächst lacht, aber nachher um so nachdenklicher wird, erst langsam die Größe ihrer Konzeption zu erkennen vermag. Wir empfehlen diesen Film. Er gibt Anlass zu herzlichem Lachen, er ist ausgezeichnet gemacht und ein gescheiter, ironischer Zeitbeitrag dazu.“ (Hamburger Echo, Nr. 140, 1932)

In Kooperation mit dem Cinefest – Internationales Festival des deutschen Film-Erbes.

Bild: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Cinefest 2025: Zwischen Schreibmaschine und Filmkamera – Literaten und ihr Verhältnis zum Film
DIE KOFFER DES HERRN O. F. 
Regie: Alexis Granowsky, DE 1931, 79 min, DCP, DF, FSK: ungeprüft, mit Alfred Abel, Harald Paulsen, Hedi Lamarr


« Zurück