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DIE DAME MIT DER MAKE (DF)

Wiesbaden-Premiere der digital restaurierten Fassung der Murnau-Stiftung: Die über Nacht verarmte Adlige Doris von Seefeld muss sich als Revuetänzerin durchschlagen. Den Job vermittelt ihr der ebenfalls mittellos gewordene Exilrusse Alexander von Illagin. Der ehemalige Gutsbesitzer floh aus dem bolschewistischen Russland und arbeitet nun am Apollo-Theater. Doris‘ Talent wird dort schnell erkannt und sie soll zum neuen Revuestar aufgebaut werden. Da sie allerdings nahezu nackt auftreten soll und ihr Adelsstolz dies nicht zulässt (zumal ihr Vater sie so nicht sehen soll), lässt sie sich nur unter einer Bedingung engagieren: damit sie nicht erkannt wird, ist sie fortan „Die Dame mit der Maske“. Schon bald fliegt ihre Tarnung jedoch auf und der übergriffige Holzhändler und Apollo-Finanzier Hanke beginnt, sie zu erpressen...

Arlette Marchal spielte die verarmte Adelige Doris. Die gebürtige Französin arbeitete als Mannequin und kam 1921 zum Film. Sie spielte meist vornehme Damen, beispielsweise in Michael Curtiz‘ Monumentalfilm DIE SKLAVENKÖNIGIN (1924). Sie wirkte in internationalen Produktionen mit, bis sie sich in den 1940er Jahren ihrem Modegeschäft widmete. Der russische Theater- und Filmschauspieler Wladimir Gaidarow verkörpert ihren Geliebten Alexander. Gaidarow drehte im zaristischen Russland unter anderem an der Seite von Iwan Mosjuokine und kam 1921 nach Berlin. Er trat bis 1930 in Deutschland in mehr als 20 Filmen auf. Seine bekannteste Rolle ist die des Johannes Rog in F. W. Murnaus DER BRENNENDE ACKER (1922). Der Film wurde am 18. Mai 1928 der Filmprüfstelle Berlin vorgelegt und zunächst verboten, weil er „die Lüsternheit anregt und daher entsittlichend wirkt“. Bereits am 24. Mai wurde der Film mit Schnittauflagen freigegeben, lediglich ein Jugendverbot blieb bestehen.

Bild: Quelle - Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Stummfilmerbe – neu aufgelegt
DIE DAME MIT DER MASKE 
Regie: Wilhelm Thiele, DE 1928, 104 min, DCP, DF, FSK: ungeprüft, mit Arlette Marchal, Wladimir Gaidarow, Heinrich George
Live-Musik: Gramm Art Project, Einführung: Restauratorin Miranda Reason, Eintritt: 12€/11€ ermäßigt


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