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DER GEIGER VON FLORENZ (DF)

Die rebellische Renée wird von ihrer Stiefmutter in ein Schweizer Internat gesteckt. Als das Mädchen wegen schlechten Betragens auch die Ferien dort verbringen soll, setzt sie sich als Junge verkleidet nach Italien ab. Ein Maler entdeckt den vermeintlichen Knaben als Modell für sein Gemälde „Geiger von Florenz“, das ein großer Erfolg wird. Als der Vater auf einer Abbildung des Gemäldes seine Tochter erkennt, bricht er sofort nach Florenz auf…

Elisabeth Bergner ist hier in einer ihrer typischen „Hosenrollen“ zu sehen. Die Kinofilme, die sie zusammen mit Paul Czinner, ihrem späteren Ehemann, drehte, waren immer eine eigene Form des Genremixes. Diese Crossdressing-Komödie beginnt als Kammerspiel und entwickelt sich zum Roadmovie mit wunderschönen Aufnahmen von der Gegend um den Luganer See und Florenz. Inszenierung und Schauspiel beeindrucken bis heute durch ihre Modernität. Der Ufa-Stummfilm wurde vor 100 Jahren – am 10. März 1926 – uraufgeführt und 2017/18 von der Murnau-Stiftung digital restauriert.

Pressestimmen:

„Eine junge, willensstarke Frau setzt sich als Junge verkleidet nach Italien ab, nachdem sie auch die Ferien in einem Schweizer Internat verbringen soll. […] Erfrischender Stummfilm von Paul Czinner mit Elisabeth Bergner in einer Hosenrolle, die aus den biederen Elementen des Stoffs ein virtuoses Befreiungsstück macht, in welchem dem Geschlecht eine dezidiert fließende Rolle zugewiesen wird.“ (Lexikon des internationalen Films)

Bearbeitung der Murnau-Stiftung 
Der Film war lange Zeit nur noch in einer gekürzten US-Fassung verfügbar. Im Jahr 2017/18 konnte die deutsche Fassung weitestgehend vollständig auf Grundlage eines Kameranegativs und Fragmenten aus dem Bundesarchiv-Filmarchiv von der Murnau-Stiftung restauriert werden. Die Digitalisierung wurde gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

Silvia Sauer und Uwe Oberg
Die Mainzer Stimmkünstlerin Silvia Sauer ist eine überzeugte Grenzgängerin zwischen Genres und Musikstilen. Ihre prägenden Wurzeln liegen im Jazz und der freien Improvisation. Expressionistisch kombiniert sie diese mit Gesangstechniken der Welt und einer Prise Humor. Als Vokalistin des Metropolis-Projekts, das sich auf Neuvertonungen von Stummfilmen spezialisiert hat, war sie bisher in mehr als 30 Ländern international tätig. „Einfach brillant ist Silvia Sauer mit ihrer virtuosen Instrumentierung ihrer eigenen Stimme.“ (Gießener Allgemeine Zeitung)
Der Wiesbadener Pianist Uwe Oberg arbeitet seit 1980 im Bereich Jazz/Improvisation/Neue Musik. Sein Schaffen umfasst sowohl improvisierende Ensembles, Solo, Kompositionen für diverse Formationen, als auch Arbeiten mit Tanz/Theater/Lyrik und Stummfilmen. Er ist Mitglied der KOOPERATIVE NEW JAZZ/ARTist und spielt in Ensembles und ad hoc-Besetzungen der internationalen Szene. „Ein bemerkenswerter Musiker, der als frei improvisierender Klangforscher ebenso eine eigene Stimme entwickelt hat wie als Jazz-Improvisator.“ (Peter Niklas Wilson)

Mit freundlicher Unterstützung von Hessen Film und Medien.  

Bild Quelle: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Stummfilmerbe – neu aufgelegt / 100 Jahre
DER GEIGER VON FLORENZ
Regie: Paul Czinner, DE 1926, 82 min, DCP, DF, FSK: ab 0, mit Elisabeth Bergner, Conrad Veidt, Nora Gregor
Live-Musik: Stimmkünstlerin Silvia Sauer und Pianist Uwe Oberg, Einführung: Filmwissenschaftlerin Marie Dudzik, Eintritt: 12€/11€ ermäßigt


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