Wiesbadener Erstaufführung: Meursault, ein stiller, unauffälliger Angestellter Anfang dreißig, nimmt ohne sichtbare Gefühlsregung an der Beerdigung seiner Mutter teil. Am nächsten Tag beginnt er eine Affäre mit seiner früheren Kollegin Marie und kehrt in seinen gewohnten Alltag zurück. Dieser wird jedoch bald durch seinen Nachbarn Raymond gestört, der Meursault in seine zwielichtigen Machenschaften hineinzieht – bis es an einem glühend heißen Tag am Strand zu einem schicksalhaften Ereignis kommt.
Das Drama basiert auf dem gleichnamigen Literaturklassiker von Albert Camus. DER FREMDE feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb der 82. Internationalen Filmfestspiele von Venedig.
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Pressestimmen:
„François Ozon (FRANTZ) hat den Roman von Albert Camus verfilmt – werkgetreuer als Luchino Visconti 1967 und zugleich moderner. […] Starke Literaturverfilmung, die das mehr als 80 Jahre alte Werk modern weiterdenkt.“ (Cinema)
„So wie es Ozon in FRANTZ gelang, den Widerspruch zwischen dem Kaschieren der Wahrheit und absoluter Aufrichtigkeit aufzulösen, und wie er es in Komödien wie DAS SCHMUCKSTÜCK (2010) schafft, Technicolor und Tiefgang stimmig zusammenzubringen, ist ihm mit DER FREMDE das Kunststück geglückt, einen beseelten Film über eine vermeintlich seelenlose Figur zu drehen und über deren eingeschränkte Weltsicht hinauszublicken, etwa auf das Land und auf die Menschen, die diese Sicht ausblendet, und auf all die Emotionen, die sich um den Protagonisten herum abspielen. Er verrät Camus damit nicht – er ergänzt die Ich-Perspektive des Romans lediglich um die Möglichkeiten der Filmkunst, Ambivalenzen einzufangen und vieles zugleich zu sein.“ (kino-zeit.de)
Bild © Foz / Gaumont / France 2 Cinema / Foto: Carole Bethuel
Literaturverfilmungen
DER FREMDE (L’Étranger)
Regie: François Ozon, FR/BE/MA 2025, 122 min, DCP, DF oder OmU, FSK: ab 12, mit Benjamin Voisin, Rebecca Marder, Pierre Lottin