Die beiden dänischen Fischer und Freunde Frerk und Ipke konnten sich immer aufeinander verlassen. Gerade erst haben sie sich während eines schweren Sturms an die Küste von Fanö gerettet. Doch als sie die Krankenschwester Patricia kennenlernen, verlieben sich beide Hals über Kopf in die junge Frau…
1938 begann die vielversprechende Filmkarriere von Joachim Gottschalk (1904-1941) bei der Universum Film AG. Wie bereits beim Theater avancierte er schnell zu einem erfolgreichen sowie populären Schauspieler. Gleichzeitig verstärkte sich der Druck des Propagandaministeriums aufgrund von Gottschalks Ehe mit der jüdischen Schauspielerin Meta Wolff. Als er sich trotzdem nicht scheiden ließ, wurde er 1941 an Berliner Bühnen nicht mehr besetzt. Als Meta und ihr Sohn Michael nach Theresienstadt deportiert werden sollten, beging die Familie Suizid.
Mit mehr als 12 Millionen Kinobesucher*innen wurde DAS MÄDCHEN VON FANÖ einer der kommerziell erfolgreichsten Filme der Kinosaison 1940/1941. Für die NS-Zeit ungewöhnlich hatte mit Auguste Barth eine Frau die Regieassistenz neben Hans Schweikart übernommen. Die Dreharbeiten begannen am 30. Juli 1940 und endeten am 28. September 1940. Die Außenaufnahmen wurden auf der Ostseeinsel Hiddensee gedreht.
Von Günther Weisenborn stammt die gleichnamige Romanvorlage des Films. Nachdem die Nationalsozialisten Weisenborns Bücher verboten hatten, ging er für eine kurze Zeit in die Emigration. Ab 1937 lebte er wieder in Deutschland und führte ein gefährliches Doppelleben, da er einerseits dem NS-Kulturbetrieb zuarbeite, andererseits aber auch die Widerstandsorganisation Rote Kapelle unterstützte. Seit September 1942 von der Gestapo in der Prinz-Albrecht-Straße inhaftiert, wurde der Widerstandskämpfer Weisenborn 1943 vom Reichskriegsgericht wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde schließlich in eine Zuchthausstrafe abgemildert, sodass er die NS-Herrschaft überlebte.
Bild: Quelle - DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuserum
In memoriam Joachim Gottschalk
DAS MÄDCHEN VON FANÖ
Regie: Hans Schweikart, DE 1940, 94 min, 35mm, DF, FSK: ungeprüft, mit Joachim Gottschalk, Brigitte Horney, Gustav Knuth