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Buchpräsentation „MUSTER DER PROPAGANDA“ & Film "DER HERRSCHER"

„Muster der Propaganda. Filme des Nationalsozialismus“

Dr. Rainer Rother stellt seine neue Publikation „Muster der Propaganda. Filme des Nationalsozialismus“ persönlich vor. Im Anschluss zeigen wir den NS-Propagandafilm DER HERRSCHER. Moderiert wird der Abend von der Vorständin der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung Christiane von Wahlert.

Das Buch
Für die Nationalsozialisten stellte das neue Medium Tonfilm ein zentrales Propagandainstrument dar. Die Filmindustrie wurde nach der Machtübernahme rasch auf Linie gebracht, jüdische und politisch missliebige Künstler wurden entlassen und verfolgt. Die Produktion wurde vollständig in den Dienst des Regimes gestellt. Dabei bilden die ab 1933 entstandenen Filme keinen einheitlichen Bestand. Scheinbar unpolitische Unterhaltungsfilme erfüllten ebenso eine ideologische Funktion wie Filme mit expliziter propagandistischer Aussage.

Dr. Rainer Rother analysiert vier beispielhafte Filme des Nationalsozialismus aus der Zeit vor Beginn des Zweiten Weltkrieges: HITLERJUNGE QUEX (1933), TRIUMPH DES WILLENS (1935), DER HERRSCHER (1937) und URLAUB AUF EHRENWORT (1938). Diese Filme zeigen, wie die NS-Propaganda Führerstaat und „Volksgemeinschaft“ verherrlichte, Geschichte umdeutete und Feindbilder konstruierte. Der Autor erläutert den jeweiligen Entstehungskontext und analysiert die Botschaften sowie die erzählerischen und ästhetischen Strategien der Filme. So legt er Mechanismen der Manipulation offen, die nicht nur die vorgestellten Beispiele prägten, sondern die nationalsozialistische Propaganda insgesamt. 

Das Buch erschien kürzlich am 9. März 2026 bei der Bundeszentrale für politische Bildung und kann hier bestellt werden.

Der Autor
Dr. Rainer Rother, geboren 1956, studierte Germanistik und Geschichte und promovierte 1988. Er war von 2006 bis 2025 Künstlerischer Direktor der Deutschen Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen und Leiter der Retrospektive der Berlinale. Von 1991 bis 2006 leitete er die Kinemathek des Deutschen Historischen Museums in Berlin und war in dieser Funktion auch Leiter des 1992 eröffneten Zeughauskinos. Er kuratierte mehrere kulturhistorische Ausstellungen, darunter zur Geschichte der Ufa, zu Erinnerungspolitik zum und Bildwelten aus dem Ersten Weltkrieg und zu 50 Jahren Bundesrepublik Deutschland und DDR. Als Autor und Herausgeber hat er zahlreiche Publikationen zur Filmgeschichte vorgelegt, insbesondere zum Deutschen Film und zum Film im Nationalsozialismus. Er wurde 2025 mit der Berlinale Kamera ausgezeichnet.

DER HERRSCHER
Regie: Veit Harlan, DE 1937, 103 min, DCP, DF, mit Emil Jannings, Marianne Hoppe, Hannes Stelzer

Als Industriemagnat Matthias Clausen sieht er sich nach dem Tod seiner Frau mit einer selbstsüchtigen Verwandtschaft konfrontiert, die ohne Rücksicht auf das Unternehmen die Veräußerung seines Lebenswerks vorantreibt.

DER HERRSCHER ist ein nationalsozialistischer Propagandafilm aus dem Jahr 1937 von Regisseur Veit Harlan. Das Drehbuch beruht auf Gerhard Hauptsmanns Drama „Vor Sonnenaufgang“ und wurde von Thea von Harbou an die damalige Gesellschaftspolitik angepasst. Der Schauspieler Emil Jannings war mit der Idee zum Film an den Propagandaminister Joseph Goebbels herangetreten. Er bekam die Hauptrolle, in der er eine seiner bekanntesten „Herrscherfiguren“ darstellt und wurde ebenso wie Harlan und von Harbou zu einer der wichtigsten Persönlichkeiten der deutschen Kultur- und Filmpolitik unter den Nationalsozialisten. Der NS-Propagandafilm verherrlicht den Führerkult und propagiert Hitlers wirtschaftspolitische Ideologie „Gemeinnutz geht vor Eigennutz“.

Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert. Seit 1966 befinden sich die ehemaligen Verbotsfilme im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und werden unter Vorbehalt in öffentlichen Aufführungen zugänglich gemacht. Darunter fallen die Propagandafilme aus der Zeit des Nationalsozialismus, deren Inhalt kriegsverherrlichend, rassistisch, antisemitisch und/oder volksverhetzend ist und deshalb auf Beschluss des Stiftungs-Kuratoriums nicht für den allgemeinen Vertrieb freigegeben werden. Diese Vorbehaltsfilme stehen jederzeit in den Räumen der Stiftung selbst für schulische, wissenschaftliche und dokumentarische Zwecke zur Sichtung zur Verfügung. Die vielfältigen und jederzeit möglichen bundesweiten öffentlichen Aufführungen in Kinos, Universitäten, Schulen etc. sind eingebunden in einen einführenden Vortrag und eine anschließende Diskussion.

Bilder links: Buchcover „Muster der Propaganda. Filme des Nationalsozialismus“ | Bild rechts: DER HERRSCHER 

Film trifft Buch
Buchpräsentation: „Muster der Propaganda. Filme des Nationalsozialismus“ von Dr. Rainer Rother 
Filmvorführung: DER HERRSCHER
Eintrittspreis: 12€/11€ ermäßigt, Teilnahme ab 14 Jahren


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