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BERLIN UTOPIEKADAVER (DF)

Eine „Räumungswelle“ erfasst Berlin. Die letzten linksautonomen Hausprojekte sollen aufgelöst werden und ihre Bewohner*innen aus der Stadt verschwinden. Der Film zeigt verschiedene Generationen einer Subkultur, die von sich erzählen, um ihre Existenz kämpfen, aber auch gemeinsam tanzen und weinen.

Ein Taxifahrer fährt durch die Stadt Berlin und spricht über die Veränderungen und den Boom des Immobilienmarktes. Er selbst ist Punk, links und eine bekannte Größe in der autonomen Szene. Die Stationen seiner Fahrt sind die wichtigsten Orte der linksautonomen Szene: Rigaer Straße, Liebigstraße, das Tuntenhaus, Potse, Drugstore, Syndikat, Meuterei und die Köpi; alle im Überlebenskampf. Junge Menschen wie das Kollektiv der Potse und vom Drugstore fürchten um ihr selbstbestimmtes Leben. Frauen aus der Liebigstraße beschreiben, wie wichtig ihr Hausprojekt als Raum für Unterstützung suchende FLINTA* Personen war. Die letzten Räumungen sind noch nicht verarbeitet und schon stehen die nächsten an: Das autonome Jugendzentrum Potse muss den Schlüssel abgeben und die Verhandlungen um den Köpi Wagenplatz laufen schon. Wir bewegen uns mit den Protagonist*innen durch ihre Lebenswelt. Gemeinsam gehen wir mit ihnen auf Kundgebungen, Konzerte, Demonstrationen, KüFas (Küche für alle) und durch ihr Privat- und Berufsleben. Immer wieder ertönt eine laute Stimme aus dem Megafon und erklärt der Stadt der Reichen den Kampf.

Zum Trailer geht’s hier

Pressestimmen:

„Berlin Utopiekadaver fügt dem öffentlichen Diskurs eine Seite hinzu, die häufig unter den Tisch fällt. Aus einer Schieflage wird eine Einseitigkeit – erfrischend, aber sicherlich unjournalistisch. Eine Reportage will der Film aber auch gar nicht sein, BERLIN UTOPIEKADAVAR ist ein Dokumentarfilm mit klarer Meinung, und ein Appell gegen die Hufeisentheorie. Die alte Welt liegt im Sterben. Was ist nun ein Utopiekadaver? Eine Dystopie? Diese Frage muss das Publikum beantworten, begleitet von den Bildern der Kulturvernichtung in Berlin, 2021." (kino-zeit.de)

„Wider klischeehafte Zuschreibungen von steinewerfenden Chaoten. Eine Doku über Berlins linke Szene kommt den Menschen ungewöhnlich nahe.“ (taz)

„Zwischen Punk-Konzerten und anarchistischen Hymnen: Musik ist die Sprache des Protestes, und wir lernen die sonst so ominösen Räume kennen.“ (kino-zeit.de)

„Gerade aufgrund des Bildes, das von dieser Szene häufig gezeichnet wird, ist es eine kaum zu unterschätzende Leistung des Films, überhaupt Zugang zu den Akteuren gefunden zu haben. Der Film lässt sie ausführlich zu Wort kommen. Konsequenterweise werden diese Eindrücke nicht dadurch relativiert, dass Vertreter von Politik, Stadtverwaltung oder der Polizei ihre andere Sicht der Dinge ausbreiten. BERLIN UTOPIEKADAVAR ist keine ausgewogene Dokumentation, sondern ein Film, der offen Partei ergreift. Das impliziert, dass Themen wie Wohnraumknappheit und -verteuerung, Gentrifizierung oder die Unverhältnismäßigkeit von Polizeieinsätzen bei Räumungen gewissermaßen als Basso continuo des filmischen Diskurses fungieren. Es geht vorrangig um die Binnenperspektive, um Erfahrungen, die innerhalb der Wohnprojekte gemacht werden, die als Safe Spaces für Marginalisierte gedacht werden.“ (filmdienst.de)

In Kooperation mit dem Kulturzentrum Schlachthof e.V..

Schlachthof-Film des Monats
BERLIN UTOPIEKADAVER
Regie: Johannes Blume, DE 2024, 92 min, DCP, DF, FSK: ab 12


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