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Wieder verfilmt!

In unserer Reihe Wieder verfilmt! stellen wir Originale und ihre Neuauflagen, mehrfach verfilmte Romanadaptionen und vieles mehr vor.

Im August zeigen wir zwei Verfilmungen von Heinrich Spoerls Roman „Wenn wir alle Engel wären“. 1936 zeichnete Spoerl selbst für die Adaption verantwortlich, Regie führte Carl Froelich. In den Hauptrollen sind Heinz Rühmann sowie Leny Marenbach zu sehen. Genau 20 Jahre später übernahmen im Remake Marianne Koch und Dieter Borsche die Hauptrollen. Regie führte hier Günther Lüders und das Drehbuch schrieb Kurt Nachmann.

Heinrich Spoerl war ein deutscher Schriftsteller, der vor allem durch humoristische und bürgerlich geprägte Unterhaltungsliteratur bekannt wurde. Er arbeitete als Jurist und schrieb nebenbei, bevor er sich ganz der Literatur widmete. Sein Durchbruch gelang ihm 1933 mit seinem Roman „Die Feuerzangenbowle“. 1934 wurde der Stoff erstmals auf einem von Spoerl und Hans Reimann gemeinsam verfassten Filmexposé verfilmt. Bei der zweiten Adaption aus dem Jahr 1944 mit Heinz Rühmann schrieb Spoerl selbst das Drehbuch.

Während der NS-Zeit wurden die Tätigkeit für den Film als Drehbuchautor und die Verfilmung seiner Romane ein wichtiges zweites Standbein. Die Adaption von „Wenn wir alle Engel wären“ empfahl Propagandaminister Joseph Goebbels allen Filmschaffenden als Musterbeispiel für den Unterhaltungsfilm. Nachdem Spoerl 1935 in die Reichsschrifttumskammer aufgenommen worden war, wurde er 1943 Mitglied der Reichsfilmkammer.

In seinen literarischen und filmischen Werken inszenierte Spoerl eine harmlose und heitere Welt jenseits des durch Nationalsozialismus und Zweiten Weltkrieg geprägten Alltag. Damit hatte er Erfolg bei Leserschaft und beim Kinopublikum. Gleichzeitig kamen seine eskapistischen Stoffe dem Plan des NS-Propagandaministeriums nach unpolitischer Unterhaltung entgegen.

1945 eröffnete er eine Anwaltskanzlei, zog sich aber nach dem Tod seiner Frau 1947 aus dem Berufsleben zurück und arbeitete literarisch mit seinem Sohn zusammen.

Bild: WENN WIR ALLE ENGEL WÄREN (1936) Quelle DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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