Regisseur und Drehbuchautor Kurt Bernhardt begann seine Filmkarriere 1924 und avancierte mit seinen ambitionierten Spielfilm-Produktionen um historische und soziale Themen zu einem gefragten Regisseur der Stummfilmzeit. Er drehte insgesamt acht Stummfilme. Mit dem letzten, DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT (1929), verhalf er der noch weitestgehend unbekannten Marlene Dietrich zu ihrer ersten Titelrolle. Mit DIE LETZTE KOMPAGNIE (1930) inszenierte er einen der ersten deutschen Tonfilme überhaupt. Es folgten zwei weitere Tonfilme, bevor der jüdische Bernhardt 1933 nach Paris emigrierte und die deutsch-französische Koproduktion DER TUNNEL drehte. Mit Sondergenehmigung fanden die Dreharbeiten in Deutschland statt. Nachdem er wegen einer Äußerung über Horst Wessel denunziert wurde, musste er endgültig fliehen. Nach vier Filmen in England und Frankreich ging er 1939 in die USA, wo er einen Sieben-Jahres-Vertrag mit Warner Brothers abschloss und fortan als Curtis Bernhardt Karriere machte. Mit starken weiblichen Hauptdarstellerinnen wie Jane Wyman, Barbara Stanwyck, Bette Davies und Joan Crawford galt er als Experte für „women’s films“. Ab den 1950ern drehte er wieder häufiger für europäische Produktionsfirmen. 1970 wurde Bernhardt „für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film“ mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet.
In Gedenken an Kurt Bernhardt, der am 22. Februar 1981 in Kalifornien verstarb präsentieren wir drei Spielfilme, die von der Murnau-Stiftung digital-restauriert wurden.
DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT (1929) ist der letzte Stummfilm von Kurt Bernhardt. Mit dem Melodram verhalf er der noch weitestgehend unbekannten Marlene Dietrich zu ihrer ersten Titelrolle. Am 4. Februar ist der Film im Rahmen der „Filmklassiker am Nachmittag“ mit einer Einführung für einen Sondereintritt von 6€ zu sehen.
Direkt im Anschluss am 4. Februar zeigen wir DER MANN, DER DEN MORD BEGINN (1931) mit den beiden Ufa-Stars Conrad Veidt und Heinrich George. Bernhardt drehte den Kriminalfilm an Originalschauplätzen in Konstantinopel, dem heutigen Istanbul. Eine Einführung hält der Restaurator Torgil Trumpler.
Der Kriegsfilm DIE LETZTE KOMPAGNIE (1930) ist einer der ersten deutschen Tonfilme überhaupt. Die von der Murnau-Stiftung digital-restaurierten Fassung wird am 11. Februar mit einer Einführung des Restaurators Torgil Trumpler uraufgeführt. Von dem Film sind unterschiedliche Fassungen überliefert, sodass es am 15. Februar auch die seltene Möglichkeit gibt, die englische Synchronfassung im Kino zu sehen.
Bild: DIE FRAU, NACH DER MAN SICH SEHNT - Quelle: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung