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Mario Adorf (*8.9.1930 in Zürich) ist nicht nur einer von Deutschlands bekanntesten Schauspielern, der vielfach mit Preisen für Film und Bühne ausgezeichneter wurde. Er ist auch Entertainer und erfolgreicher Autor. Die Liste der Regisseure, mit denen er bis heute Filme gemacht hat, liest sich wie ein Auszug aus der Hitliste des Weltkinos: Sam Peckinpah, Franco Rossi, Wolfgang Staudte, Edgar Reitz, Billy Wilder, Volker Schlöndorff, Helmut Dietl, Rainer Werner Fassbinder, Claude Chabrol und Sergio Corbucci, einem der Väter des Italo-Western.

Nach seinem Abitur fängt er an, Germanistik und der Philosophie in Mainz und in Zadorf zu studieren und beteiligt sich dort bereits an der Studentenbühne. Dieses Studium bricht er allerdings ab um an die Otto-Falckenberg-Schauspielschule in München zu gehen. Nach seinem Studium hat er bis 1962 ein festes Engagement als Schauspieler bei den Kammerspielen in München, wo sein Talent entdeckt wird. Durch seine Darstellung eines psychopathischen Frauenmörders in Robert Siodmaks NACHTS, WENN DER TEUFEL KAM, was ihm 1957 den Deutschen Filmpreis als bester Nachwuchsschauspieler einbringt, wird Adorf bekannt und kann sich kaum vor Rollenangeboten retten.
Nach einem kurzen Aufenthalt in Hollywood zieht Adorf Anfang der 1960er-Jahre nach Italien, wo er bis heute lebt. Auch in Italien spielt Mario Adorf in verschiedenen Filmen mit, so ist er in DIE ERMORDUNG MATTEOTTIS als Mussolini zu sehen. Während er in den 1960er-Jahren eher Schurkenrollen verkörpert, so beispielsweise in WINNETOU 1. TEIL, übernahm er in den 1970er-Jahren Charakterrollen. Mit seiner Präsenz beispielsweise in Volker Schlöndorffs DIE VERLORENE EHRE DER KATHARINA BLUM nach Heinrich Böll oder DIE BLECHTROMMEL nach Günther Grass sowie Fassbinders LOLA bereichert er den gesamten deutschen Film. Unvergessen auch als Rossini in Helmut Dietl´s gleichnamigen Münchner Gesellschaftsporträt aus dem Jahre 1997.

Die Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung fühlt sich auch deshalb mit Mario Adorf verbunden, weil er Gründungsmitglied unseres Fördervereins „Freunde und Förderer des Deutschen Filmerbes e.V.“ ist. 2020 wird Adorf mit 90 Jahren bereits sein 65-jähriges Bühnenjubiläum feiern. Sein außergewöhnliches Leben lässt Regisseur Dominik Wessely jetzt in dem Filmporträt ES HÄTTE SCHLIMMER KOMMEN KÖNNEN – MARIO ADORF Revue passieren. Wir präsentieren den Dokumentarfilm am 8. Dezember als Wiesbadener Erstaufführung als Double-Feature mit der Abenteuerroman-Verfilmung DAS TOTENSCHIFF aus dem Jahr 1959. Einen weiteren Spielfilm aus dem Stiftungsbestand zeigen wir mit HARTE MÄNNER – HEISSE LIEBE, in welchem Adorf an der Seite von Marcello Mastroianni zu sehen ist.

Foto oben: DAS TOTENSCHIFF - Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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