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Filmemacher*innen zu Gast

In regelmäßigen Abständen laden wir Filmemacher*innen ins Kino ein, die ihre Projekte persönlich vorstellen und gerne auf Fragen des Publikums antworten.

Zensierte Bilder, verordnetes Schweigen, Gedanken im Geheimen. Das Leben der syrischen Filmemacherin Diana El Jeiroudi war von Diktatur, Kriegen und Angst geprägt. In ihrem essayistischen Dokumentarfilm REPUBLIC OF SILENCE (SY/FR/DE/QA/IT 2021) reflektiert sie die politischen und sozialen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Syrien und stellt diesen zutiefst persönliche Momente gegenüber.
Am 11. August führen wir im Anschluss an die Filmvorführung ein Gespräch mit der inzwischen in Berlin lebenden Regisseurin. Die Veranstaltung findet gemeinsam mit Amnesty International Wiesbaden statt.

Duaba El Jeiroudi über ihren Film
Ich bin nicht stumm, aber ich schweige. Ich kann nichts sehen, aber ich bin nicht blind. Was tust Du als Überlebende? Du hältst entweder den Mund oder Du erzählst es der ganzen Welt. Wie erzählt man die ganze Geschichte mit einer bruchstückhaften und manchmal nicht zulässigen Erinnerung?

Wie spiegelt meine innere Welt die unausgesprochene äußere Welt; wie reflektiert sie eine Ära der Revolution, des Kriegs, der Immigration und der Weltpolitik? Wie vermittelt man in einer Welt, die nicht an Vermittlung interessiert ist?

Für mich als Filmemacherin sind Wörter, Töne und Bilder die empfindlichen Elemente, mit denen ich arbeite, die ich bearbeite und in eine Ordnung bringe. Aber wie kann ich eine einfache, lineare Geschichte erzählen, wenn ich nicht über den Luxus der einfachen Erzählung verfüge?

So bin ich nun hier. Ich bin die Geschichte, und doch auch die Erzählerin. Das ist es, was übrig ist von mir und der Geschichte – davon, wie ich Zeugnis abgelegt habe und zur Beteiligten geworden bin, und wie das Kino uns vor dem Wahnsinn bewahrt hat, ja wohl unsere Leben gerettet hat.

Bild © Salzgeber

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