In der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit entwickelte sich neben Hans Albers mit Freddy Quinn (*27. September 1931) ein weiterer Schlager- und Schauspielstar zum Sinnbild der Hansestadt und ihrer Seefahrerromantik – dabei wurde dieser unter dem bürgerlichen Namen Franz Eugen Helmuth Manfred Nidl-Pelz in Österreich geboren.
FREDDY, DIE GITARRE UND DAS MEER aus dem Jahr 1959 greift dieses Image auf und zeigt Quinn in einer seiner ersten Hauptrollen. Regisseur Wolfgang Schleif drehte gleich darauf die Fortsetzungen FREDDY UNTER FREMDEN STERNEN und FREDDY UND DIE MELODIE DER NACHT (DE 1960). In letzterem verleiht Schleif seiner sonst eher introvertiert und harmlos erscheinenden Freddy-Figur ein ungewohnt raues Image.
Schleifs "Freddy-Filme" geben einen erhellenden Einblick in die Unterhaltungsvorlieben einer Generation zwischen Nachkriegsdepression und Vergnügungssucht. Quinn traf mit seinen melancholischen Liedern über Zugehörigkeit, Heimweh und Seemannsromantik den emotionalen Nerv der westdeutschen Nachkriegsgesellschaft, die zwischen Wiederaufbau, Verdrängung und dem Wunsch nach Stabilität schwankte.
Zwischen 1956 und 1966 landete der melancholische Bariton und Wahlhamburger Freddy Quinn zehn Nummer-1-Hits.
Bild: Freddy Quinn in FREDDY UND DIE MELODIE DER NACHT, Quelle - Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung