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Das Jurastudium bricht Paul Wegener (*11.12.1874 in Arnoldsdorf in Ostpreußenn (heute Jarantowice, Polen); †13.9.1948 in Berlin) nach kurzer Zeit ab, um sich vollkommen der Schauspielerei zu widmen. Nach kleineren Engagements an diversen Theatern wird Max Reinhardt in Hamburg bei der ersten deutschsprachigen Aufführung von Maxim Gorkis NACHTASYL auf Wegener aufmerksam und holt ihn an das Theater in Berlin, wo er durch Rollen wie Richard III. oder Mephisto zu einem der profiliertesten Bühnendarsteller Deutschlands avanciert.

Bereits ab 1912 widmet sich Wegener der Filmbranche. 1913 ist er zum ersten Mal auf der Kinoleinwand zu sehen und entwickelt die ersten Drehbücher. So zum Beispiel zu DER STUDENT VON PRAG von Regisseur Stellan Rye, der heute als eins der ersten künstlerisch ambitionierten Werke des deutschen Films gilt. 1914 meldet Wegener sich als Kriegsfreiwilliger, wird aber 1915 aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst entlassen. In drei Verfilmungen beschäftigt sich Wegener mit der jüdischen Legende vom Golem. GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM von 1920 gilt heute als großer deutscher Stummfilmklassiker.
Nach der Einführung des Tonfilms und dem Aufstieg der Nationalsozialisten lässt Wegeners Bedeutung als Filmschaffender nach. Während er auf der Theaterbühne immer noch als angesehener Schauspieler tätig ist, beteiligt er sich ab 1930 eher an leichten Unterhaltungsfilmen, ist aber auch – trotz seiner offenen Abneigung gegenüber dem NS-Regime – in Propagandafilmen wie KOLBERG zu sehen. In DER GROSSE MANDARIN ist er 1948 das letzte Mal auf der Kinoleinwand zu sehen.

Anlässlich Paul Wegeners 145. Geburtstag wird die 2018 restaurierte Fassung von DER GOLEM, WIE ER IN DIE WELT KAM mit neu eingespielter Musik von Admir Shkurtaj und einer Einführung von Marleen Kratz zum ersten Mal bei uns zu sehen sein. Zudem präsentieren wir in der Reihe mit DIE FREUNDIN EINES GROSSEN MANNES und DIE STUNDE DER VERSUCHUNG zwei Regiearbeiten Wegeners. In der deutsch-belgischen Literaturverfilmung WENN DIE SONNE WIEDER SCHEINT spielt er neben Paul Klinger die männliche Hauptrolle.

Foto oben: DFF-Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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