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Max Mack wurde am 21. Oktober 1884 als Sohn eines jüdischen Kantors in Halberstadt geboren. Nach seinem Abitur verfolgte er kurzzeitig Pläne, in die Politik zu gehen, die er jedoch verwarf, um sich ab 1906 einer wandernden Theatertruppe als Schauspieler anzuschließen, mit der er in mehreren Provinztheatern unter seinem Pseudonym auftrat. Ab 1907 war er in Berlin tätig, kurzzeitig auch im Ensemble Max Reinhardts.

In das Filmgeschäft stieg Mack zunächst auch als Schauspieler ein, begann aber auch bald Drehbücher zu verfassen und umzusetzen. Mack, der später der Mitbegründer des populären Kinos in Deutschland genannt wurde, legte großen Wert auf Sujets der Aktualität. Von 1913 bis 1916 inszenierte Mack eine Reihe von Autorenfilmen und populären Gesellschaftskomödien. Seine Filme waren schon früh beim Publikum beliebt und so für die Etablierung des einheimischen Films in Deutschland mitverantwortlich. So gilt sein Film DER ANDERE (1913) über einen Mann mit Persönlichkeitsspaltung als erster deutscher Autorenfilm. Vor allem auch weil Paul Lindau, ein um 1900 bekannter Autor und ehemaliger Intendant des Berliner Deutschen Theaters, das Drehbuch nach seinem gleichnamigen Bühnenstück verfasste. Neben dem Theaterdramaturgen Lindau konnte Mack auch den renommierten Bühnendarsteller Albert Bassermann für die Hauptrolle gewinnen.

Der Mack so wichtige Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen spiegelt sich auch in seinen oft starken und selbstbewussten Protagonistinnen (vgl. Silvia Hallensleben: Ein Showman aus Deutschland, in Tagesspiegel, Berlin, 16.11.1996) sowie angerissenen Emanzipationsthemen.
1917 gründete Mack seine eigene Firma, die Max Mack GmbH, die ausschließlich seine eigenen Filme produzierte. In den 1920ern bewegte sich Mack quer durch die aktuellen Genres: Er inszenierte Aufklärungs- und Sittenfilme, Literaturverfilmungen, realistisch angehauchte Melodramen.

In der neuen Tonfilmära inszenierte Mack nur zwei Lang- und einige Kurz-Spielfilme bevor er dann 1933, im Anschluss an die Machtübernahme Hitlers, über Prag und Paris nach London emigrierte. Das Vorhaben, seine Karriere in Amerika aufzubauen, blieb erfolglos. Das Einzige, was er bei seinem kurzen Abstecher nach Hollywood erreichte, war eine Nebenrolle im Paramount-Film YOU BELONG TO ME (1934). 1935 kam mit der Komödie BE CAREFUL, MR. SMITH sein letzter Langspielfilm in die englischen Kinos. 1942 erschienen seine auf Englisch geschriebenen Memoiren "With a Sigh and a Smile: A Showman Looks Back". Auch verfasste er weiterhin Artikel zum Thema Film, die seit 1914 schon zahlreich veröffentlicht wurden. Ab den 1940ern hielt er sich vor allem mit Laienproduktionen über Wasser, für die er Bühnenstücke arrangierte, deren Copyright abgelaufen war. 1965 wurde ihm vom deutschen Botschafter in London das goldene Band für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film überreicht, obwohl er nie mehr nach Deutschland zurückkehren würde.

Am 18. Februar 1973 starb Max Mack in London-Hampstead.

Foto oben: DFF-Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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