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Ida Wüst (*10.10.1884 in Frankfurt am Main; †4.10.1958 in Berlin) erhielt nach dem Schauspielunterricht von Thessa Klinghammer im jungen Alter von 16 Jahren ihr erstes Engagement im Stadttheater Colmar, worauf weitere Beschäftigungen auf den Bühnen Brombergs und Leipzigs folgten. Am Berliner Lessingtheater avancierte Wüst bald zu einer beliebten Darstellerin und feierte auf der Theaterbühne unter anderem mit der Erstaufführung von Heinrich Ilgensteins Stück „Kammermusik“ große Erfolge.                                                                                                                                                       

In Zusammenarbeit mit dem Schauspieler Bruno Kastner, mit dem sie bis 1923 verheiratet war, schrieb Ida Wüst zudem Drehbücher für Filme wie NUR EIN DIENER und DER KÖNIG IN PARIs. Diese Autorentätigkeit legte den Grundstein für die darauf folgende Filmkarriere, die ihren Höhepunkt in den 1920er bis 1930er Jahren bei der Universum Film AG erreichte. 1921 tauchte Wüst zum ersten Mal als Schauspielerin auf der großen Leinwand in Eugen Burgs Komödie DER WIRD GEHEIRATET auf und erhielt in Joe Mays TRAGÖDIE DER LIEBE ihre erste größere Rolle. An der Seite von Heinz Rühmann, Marika Rökk oder auch Peter Lorre spielte sie in unterhaltenden und vielseitigen Rollen und erlangte im Laufe der Zeit den Spitznamen „wüste Ida“.
Während des zweiten Weltkrieges agierte Wüst nur in wenigen Filmproduktionen und die Nachkriegszeit schien ihr Karriereaus zu bedeuten, da ihr während der „Entnazifizierung“ der Status „entlastet“ nicht zugesprochen wurde und sie nicht mehr als Schauspielerin agieren durfte. Erst 1949 kehrte sie auf die Theaterbühne zurück. Als oftmals „unverwüstliche“, rüstige Dame stand sie zu dieser Zeit zudem wieder vor der Kamera, so auch für Paul Verhoevens romantische Verwechslungskomödie EVA IM FRACK und zuletzt als Tante Theresa für den Liebesfilm ROTER MOHN von Franz Antel.

In Folge eines Schlaganfalls, den sie während einer Bühnenprobe erlitt, starb Ida Wüst am 4.11.1958 in Berlin.

Schlussendlich konnte sie als Baronin in Gerhard Lamprechts EINMAL EINE GROßE DAME, als geizige Frau Anna in Peter Paul Brauers DAS VERLEGENHEITSKIND, als zauberhafte Agnes in Gustav Gründgens ZWEI WELTEN oder auch an der Seite von Dolly Haas in George Jacobys WARUM LÜGT FRÄULEIN KÄTHE?  und in mehr als 100 weiteren Filmen viele Zuschauer jahrelang als wandelbare und vor allem amüsante Schauspielerin begeistern.

Foto oben: DFF-Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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