Regisseur und Drehbuchautor Fritz Lang (1890–1976) ist einer der bedeutendsten Vertreter des Expressionismus sowie der Neuen Sachlichkeit und setzte mit seinen Filmen immer wieder neue ästhetische und technische Maßstäbe. FRAU IM MOND markierte den Abschluss von Langs Stummfilmzeit und festigte seinen Ruf als visionärer Filmemacher. Wir zeigen seinen Sci-Fi-Epos im Dezember anlässlich des 135. Geburtstags von Fritz Lang.
In unserer Reihe widmen wir uns dem Filmregsisseur, Drehbuchautor und Schauspieler Fritz Lang (*05.12.1890 Wien, Österreich; †02.08.1976), der durch neue ästhetische und technische Maßstäbe zu einem der prägensten Regisseure des späten Stummfilms und frühen Tonfilms avancierte. Fritz Lang gehört neben Friedrich Wilhelm Murnau, G. W. Pabst und Ernst Lubitsch zu den Großen des Weimarer Kinos. Er gilt in vielerlei Hinsicht als Schlüsselfigur des deutschen Films und hat Filme geschaffen, die in ihrer Zeit künstlerisch und technisch neue Standards gesetzt haben. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme setzte er sein Schaffen in den USA fort. Seine bis 1929 entstandenen Filme gehören zum Filmstock der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung.
Eine der ersten Regiearbeiten Fritz Langs DAS WANDERNDE BILD (1920) galt lange als verschollen. Erst Mitte der 1980er Jahre fand man eine gekürzte Fassung in Brasilien die 1987 restauriert wurde. Das fehlende Material wurde anhand von Texttafeln rekonstruiert und die Musik neu von Aljoscha Zimmermann unterlegt. Die Murnau-Stiftung nahm diese Version als Grundlage für die 2K-Digitalisierung.
In seinem Frühwerk dominiert der Detektiv- oder Sensationsfilm. 1922 erreicht er mit dem in zwei Teilen angelegten „Zeitbild“ DR. MABUSE, DER SPIELER (1922), einem der emblematischsten Filme der Weimarer Zeit, Weltruhm. Schon zuvor hatte Lang sich mit DER MÜDE TOD (1921) den Sagen und Märchen und in DIE SPINNEN (1919) einer monumentalen Inszenierung exotischer Schauplätze zugewandt. Beides führt er in DIE NIBELUNGEN (1924) zur künstlerischen Vollendung.
Der internationale Erfolg lässt ihn und die Ufa die bereits beispiellosen Produktionswerte von DIE NIBELUNGEN mit METROPOLIS (1927) sogar noch überbieten. Allerdings bleibt das katastrophale Scheitern des Films für Lang nicht ohne Konsequenzen: Bei seinem darauf folgenden Film SPIONE (1928) muss er mit einem vergleichsweise geringen Budget auskommen und kehrt zum Genre seiner Anfangsjahre zurück. Mit dem Ergebnis – ein intellektuelles Spiel mit dem Spionagegenre – schafft er es, sich künstlerisch und kommerziell zu rehabilitieren. Für das anschließende Science-Fiction-Spektakel FRAU IM MOND (1929) gestattet ihm die Ufa nochmals alle kreativen Freiheiten.
Die Zusammenarbeit gestaltet sich jedoch sehr konfliktreich, und auch der kommerzielle Erfolg bleibt aus. Langs Arbeit für die Ufa endete, und mit seinem ersten Tonfilm, M (1931), begann eine neue Ära.
Fritz Langs romantisch-fantastischer Stummfilmepos DER MÜDE TOD bildet im Februar den Abschluss der Reihe.
Bild Quelle: Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung