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Film

125. Geburtstag Hans Schweikart

Hans Schweikart (*1.10.1895 in Berlin; †1.12.1975 in München) war ein deutscher Schauspieler, Regisseur und Intendant sowie Bühnen- und Drehbuchautor. 1915 debütierte er als Schauspieler in Nikolai Gogols „Der Revisor“ am Wiesbadener Hoftheater, als weitere Stationen folgten Görlitz, Magdeburg und Köln. 1918 ging er zurück nach Berlin, spielte an Max Reinhardts Deutschem Theater und übernahm erste Filmerollen wie in Robert Wienes Stummfilm DIE HÖLLISCHE MACHT (1922). Otto Falckenberg holte Schweikart 1923 nach München an die Kammerspiele, wo er erstmals Regie führte.

1934 wurde er Oberspielleiter am Münchner Residenztheater bis er 1937 nach Berlin ging, um beim Film zu arbeiten. Während der Zeit des Zweiten Weltkrieges inszenierte Schweikart als Hausregisseur der Bavaria-Filmkunst zahlreiche Spielfilme, darunter Produktionen wie das Künstlermelodramen BEFREITE HÄNDE (1939) und die Lessing-Verfilmung DAS FRÄULEIN VON BARNHELM (1940), aber auch den linientreuen Propagandafilm KAMERADEN (1941). Der patriotische Kostümfilm wurde zur „Schulung des nationalpolitischen Geschichtsbewusstseins“ gedreht. Schweikart litt unter dem zunehmenden Druck und der Einflussnahme der Nationalsozialisten auf seine Arbeit und kündigte 1942 den Posten als Produktionschef, drehte aber noch weitere Spielfilme von denen DIE NACHT DER ZWÖLF (1944/49) und DAS GESETZ DER LIEBE (1944/49) als sogenannte Überläufer erst in der bundesrepublikanischen Nachkriegszeit ihre Uraufführung hatten.

Nach dem Ende des „Dritten Reichs“ verfasste Schweikart die Novelle „Es wird schon nicht so schlimm“, dem Schicksal des UFA-Stars Joachim Gottschalk nachempfunden, mit dem Schweikart gedreht hatte, und der sich gemeinsam mit seiner jüdischen Frau und seinem Sohn 1941 das Leben nahm. Der Text wurde zur Vorlage von Kurt Maetzigs DEFA-Drama EHE IM SCHATTEN aus dem Jahr 1947. Im gleichen Jahr übernahm Schweikart die Intendanz der Münchner Kammerspiele, die er bis 1963 leitete und zu einer der wichtigsten deutschsprachigen Bühnen machte. Während dieser Zeit leitete er zudem die Otto-Falckenberg-Schule für Schauspiel in München. Er war weiterhin beim Film als Schauspieler sowie Autor und Regisseur aktiv, so beispielsweise bei der Liebeskomödie GELIEBTER LÜGNER (1949). Nach 1963 arbeitete er als Freiberufler an verschiedenen Bühnen und führte bei Fernsehfilmen Regie, trat aber auch als Darsteller im jungen Massenmedium in Erscheinung.

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut & Filmmuseum - DFF

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