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Ilse Werner wurde am 11.7.1921 im heutigen Jakarta in Indonesien geboren und siedelte im Alter von 10 Jahren mit ihren Eltern nach Frankfurt am Main über.    
Nach ihrer Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien und ihrem Theaterdebüt im Jahr 1938 folgten bald erste Filmrollen in der nationalsozialistischen Filmindustrie beispielsweise in EINE FRAU FÜR‘S LEBEN (1938) oder FRÄULEIN (1939). Die Ufa nahm die junge Frau unter Vertrag und baute sie systematisch zum Star auf. Durch den NS-Propagandafilm WUNSCHKONZERT (1940) wurde man auch auf ihr Gesangs- und Pfeiftalent aufmerksam. Im Zweiten Weltkrieg wurde Werner aufgrund ihrer großen Popularität bei der Truppenbetreuung der Wehrmacht eingesetzt. Sie wirkte aber auch in Helmut Käutners Schlagerfilm WIR MACHEN MUSIK (1942) und dem Filmklassiker GROSSE FREIHEIT NR. 7 (1944) an der Seite von Hans Albers mit, der von der nationalsozialistischen Zensur verboten wurde und in dem sie in einer ernsten Charakterrolle überzeugte.    

Nach einem zeitweiligen Berufsverbot in der Nachkriegszeit spielte Werner neben Paul Hubschmid die Hauptrolle in Georg Wilhelm Pabsts Drama GEHEIMNISVOLLE TIEFE (1948). Doch ihr Comeback-Versuch im Kino blieb erfolglos. Sie widmete sich fortan dem Fernsehen und der Bühne. 1969/70 brillierte Werner in ihrer Lieblingsrolle der Anna Leonowens in dem Musical „Der König und ich“ im Stadttheater Bremerhaven.    

Für ihre ungewohnt selbstironische Darstellung einer gealterten Schlagersängerin in Ottokar Runzes TV-Komödie DIE HALLO-SISTERS (1990) neben Harald Juhnke und Gisela May wurde sie mit dem „Filmband in Gold“ ausgezeichnet. Der Film sollte ihre letzte große Rolle vor der Kamera bleiben. Ilse Werner starb am 8.8.2005 in Lübeck.

Foto: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

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