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Film

100. Geburtstag Gabriele Reismüller

Gabriele Reismüller (*30.11.1920 in Degerndorf; †24.11.1969 in München) trat 1941  ihr erstes Engagement am Staatstheater München an, nachdem sie dort an der Schauspielschule Unterricht nahm. 
Während des Zweiten Weltkrieges wirkte sie erstmals in Kinofilmen mit, auch in dem NS-Propagandafilm VENUS VOR GERICHT (1941, Regie: Hans H. Zerlett), in welchem sie eine Sekretärin spielte. Ihre Rollen wurden allerdings schnell bedeutender. So übernahm sie 1943 in dem bajuwarischen Lustspiel DIE KEUSCHE SÜNDERIN als Film-Tochter von Schauspieler und Regisseur Joe Stöckel ihre erste Hauptrolle. Ein Jahr später stand sie als Paula Hartwig für Philipp Lothar Mayrings MÜNCHNERINNEN vor der Kamera. Der Film wurde allerdings erst 1949 im Kronen-Filmtheater in Berlin uraufgeführt. In Hans Schweikarts FRECH UND VERLIEBT spielte sie Clarissa, die hübsche, lebensfrohe Tochter des wohlhabenden Herrn Pernrieder. Die Komödie mit Johannes Heesters wurde bereits im September 1944 in den Bavaria Filmstudios abgedreht und am 1. März 1945 von der Zensur abgenommen. Zur Aufführung kam er während des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die Alliierte Militärzensur prüfte den Film im Dezember 1948. FRECH UND VERLIEBT erlebte am 25. Dezember 1948 in Stuttgart seine Premiere.
Nach Kriegsende spielte sie bis 1950 am Staatstheater Stuttgart, zwischen 1950 und 1952 am Deutschen Theater in Göttingen und bis 1955 an der Komödie in Basel. Später gastierte sie in Frankfurt am Main und in Köln.
An ihre erfolgreiche Filmkarriere in der Zeit des Nationalsozialismus konnte Reismüller nicht mehr anknüpfen. Zunächst war sie als Nebendarstellerin in einigen Filmkomödien zu sehen, geriet in den 1960er Jahren jedoch weitestgehend in Vergessenheit. Im Alter von 48 Jahren nahm sie sich das Leben und wurde in München bestattet.

Foto oben: Quelle-DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum e.V

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