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Film

Konstruktion von Weiblichkeit im nationalsozialistischen Spielfilm

Die Frauenfiguren im nationalsozialistischen Spielfilm spiegeln immer auch das nationalsozialistische Wunschbild der (deutschen) Frau wider. In der Reihe werden diese Rollenbilder anhand von Filmbeispielen aus unterschiedlichen Genres kritisch beleuchtet. Als Grundlage und zur Filmauswahl diente unter anderem Angela Vaupels wissenschaftliche Abhandlung über „Frauen im NS-Film. Unter besonderer Berücksichtigung des Spielfilms“, die 2005 im Verlag Dr. Kovač erschien.

Die Dreharbeiten für LA HABANERA begannen inmitten des Spanischen Bürgerkrieges von August bis zum 15. September 1937 in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Wie in ZU NEUEN UFERN führte Detlef Sierck auch in Zarah Leanders zweiten deutschen Spielfilm LA HABANERA Regie. Es war sein letzter Film in Deutschland, bevor er ins Exil ging und in Hollywood mit dem Namen Douglas Sirk seine Karriere erfolgreich fortsetzte.
Zarah Leander (*15.3.1907, Karlstad,† 23.6.1981 in Stockholm), war der gemachte Star der Ufa. Bei ihrer ersten internationalen Operette „Axel an der Himmelstüre“ wurde die Ufa auf sie aufmerksam. Bald darauf debütierte sie mit einem im Vorfeld gut geplanten Werbefeldzug in Detlef Siercks ZU NEUEN UFERN. Der Film wurde ein großer Erfolg, ebenso wie Siercks zweiter Film mit Leander, LA HABANERA. Danach floh Sierck aufgrund seiner jüdischen Frau nach Amerika, und Leander drehte unter Regie von Carl Fröhlich vier Filme, die mäßig beim Publikum ankamen, ehe sie 1941 unter Regie von Rolf Hansen DER WEG INS FREIE, DIE GROSSE LIEBE und DAMALS drehte. Hiernach verließ sie Deutschland, nachdem sie von Goebbels die deutsche Staatsbürgerschaft angeboten bekam, diese jedoch ablehnte. Sie zog sich auf ihr Gut Lönö zurück und knüpfte erst 1948 langsam wieder an ihren Filmerfolg an. So erfolgreich wie zu Ufa-Zeiten sollte sie jedoch nicht mehr werden, und sie konzentrierte sich vermehrt auf das Theater und ihren Gesang, ehe sie sich 1978 von der Bühne verabschiedete und sich ganz auf ihr Gut zurückzog.

Foto oben: Quelle Deutsches Filminstitut

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