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Film

Die Coupletsängerin Jette Schönborn ist selbstbestimmt und trägt, wie es sich für eine waschechte Berlinerin gehört, ihr Herz auf der Zunge. Als ihr Verehrer und Mäzen, Graf Eugen Opalla, Jette eine Stelle beim Königstädtischen Theater vermittelt, ist ihre große Stunde gekommen. Doch der neue Theaterstar zieht auch den Neid der Ehefrauen der Direktion auf sich, die gegen sie intrigieren…

Mit ihrer Titelrolle als DIE GÖTTLICHE JETTE gelang Grethe Weiser der Durchbruch. In ihrer Rolle als Jette äfft sie Marlene Dietrich nach, die Anfang der 1930er Jahre in die USA emigriert war. Die musikalische Komödie zählte zu den erfolgreichsten Berliner Milieu-Filmen der damaligen Zeit.

Für Jens Keith, der für die Tanzchoreographien des Films verantwortlich zeichnete, war dies hingegen zunächst einer seiner letzten Filme. Der von den Nationalsozialisten aufgrund seiner Homosexualität bedrohte Tänzer und Choreograph arbeitete als Tanzmeister bei der Ufa und floh zunächst nach Paris. Als die deutsche Wehrmacht 1940 Frankreich besetzte, wurde Keiths jedoch aufgespürt, festgenommen und den deutschen Strafverfolgungsbehörden ausgeliefert. Seine Verhandlung endete jedoch mit einem „erstaunlich milden“ Urteil von vier Monate Gefängnis. Nach seiner Freilassung beantragte er die Wiederaufnahme in der Reichstheaterkammer und arbeitete bis Ende der 1950er Jahre auch wieder als Choreograf für den deutschen Film.

Sa 10.2. 15.30
Mi 14.2. 20.15
115. Geburtstag Grethe Weiser
DIE GÖTTLICHE JETTE
Regie: Erich Waschneck, DE 1937, 94 min, 35mm, FSK: ab 12, mit Grethe Weiser, Viktor de Kowa, Kurt Meisel

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