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Film

Nach erfolgreicher Premiere der digitalisierten Fassung bei der diesjährigen Berlinale, ist Helmut Käutners SCHWARZER KIES (DE 1961) ab 16. November 2017 auch auf DVD und Blu-ray erhältlich. Gezeigt wird ein schonungsloses Porträt der jungen Bundesrepublik mit ihren düsteren Facetten von Prostitution, Schwarzhandel und wieder aufkeimendem Antisemitismus.

Concorde Home Entertainment veröffentlicht den viel diskutierten Film in der vom Regisseur intendierten Premierenfassung. Als Bonus gibt es die geschnittene Verleihfassung sowie ein 12-seitiges Booklet mit Texten zum Film.

 

Synopsis
Käutners stilistisch an amerikanische Noirs und B-Movies angelehnte Abrechnung mit der BRD untersucht die Auswirkungen der amerikanischen Besatzung im Jahr 1960 auf die Bewohner eines Kaffs in der westdeutschen Provinz. Protagonist Robert Neidhardt profitiert am Bau eines Militärflughafens mit dem Schwarzhandel von Kies. Eines Tages trifft er seine frühere Geliebte Inge wieder, die mittlerweile mit einem amerikanischen Offizier liiert ist. Als Robert auf der Flucht vor der Polizei zwei Passanten überfährt, beginnt Inge ihn zu decken. Roberts Skrupellosigkeit treibt ihn bis zum Äußersten.

Hintergrund
Mit SCHWARZER KIES wollte Helmut Käutner einen schonungslosen Blick auf die bundesdeutsche Nach-kriegsgesellschaft werfen. So machte er in einer Szene auch auf den nach wie vor in Deutschland existierenden Antisemitismus aufmerksam, was nach der Premiere 1961 zu einem Strafantrag des Zentralrats der Juden in Deutschland führte. Für den weiteren Verleih in Deutschland entfernte die Ufa die beanstandeten Stellen gegen den Willen Käutners. Darüber hinaus wurde das Filmende stark verändert. Nach einem überraschenden Fund wurde die ungeschnittene Premierenfassung 2009 erstmals wieder vor Publikum gezeigt.

Bearbeitung
Die Kürzungen und Änderungen wurden im Kameranegativ durchgeführt. Im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung gibt es eine Kopie, die der unveränderten Premierenfassung entspricht. Anhand dieser Kopie wurde 2016 bei der Digitalisierung die Premierenfassung nachvollzogen: Digitalisiert wurde das Kameranegativ. Die entfernten Teile und das ursprüngliche Ende wurden mit Hilfe der Kopie ergänzt.  

Digitalisierung gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.

 

Foto Schwarzer Kies

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