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Film

125. Geburtstag Luis Trenker

Nach dem Besuch der Volks- und Realschule begann Luis Trenker (*4.10.1892 St. Ulrich in Gröden, Österreich-Ungarn (heute Italien); †12.4.1990 Bozen, Italien) eine Ingenieurslehre und wurde Architekt. Im Ersten Weltkrieg diente er als Soldat, zunächst als Kanonier in Galizien, ab 1915 als Offizier einer Bergführerkompagnie in den Dolomiten.

Während der Aufnahmen zu DER BERG DES SCHICKSALS wurde Trenker – der bereits in seiner Jugend während der Schulferien als Bergführer und Skilehrer tätig war – 1923 von dem Bergfilm-Regisseur Arnold Fanck zunächst als alpiner Berater, dann als Darsteller engagiert. Als Abfahrtsläufer und Bergfex agiert er auch in dessen folgenden Spielfilmen DER HEILIGE BERG (1925/26) und DER GROSSE SPRUNG (1927) zusammen mit Leni Riefenstahl.

1932 führte Trenker in DER REBELL zum ersten Mal Regie. Seine Kriegsfilme, mit völkerversöhnendem Appell und Bekenntnissen zu nationaler Unabhängigkeit konzipiert, erringen auch die Aufmerksamkeit der Nationalsozialisten. Am 27.3.1933 wird er Mitbegründer der Regie-Gruppe der Nationalsozialistischen Betriebsorganisation (NSBO).

Der Erfolg von DER REBELL und das Engagement Carl Laemmles bringen Trenker nach Hollywood, wo er neben englischsprachigen Versionen seiner Filme auch amerikanische Themen aufgriff, so zum Beispiel in DER KAISER VON KALIFORNIEN. Dem in Italien in zwei Sprachversionen gedrehten Medici-Drama CONDOTTIERI folgen neue Bergfilme, sowohl dramatische wie DER BERG RUFT und DER FEUERTEUFEL als auch komödiantische.
Trotz seiner Mitwirkung als Filmemacher, Produzent und Darsteller an nationalen Stoffen wie der deutschen Kolonial-Verklärung GERMANIN (1942/43), sieht sich der Katholik und Tiroler Patriot Trenker seiner Arbeitsmöglichkeiten in Nazi-Deutschland zunehmend eingeschränkt und zieht 1942 nach Italien. Über das Kriegsende hinaus lebte Trenker in Venedig und Rom. 1949, nach Tirol zurückgekehrt, setzte er mit der 1937 in Berlin gegründeten Luis Trenker-Film GmbH seine Filmarbeit in München fort. In den folgenden Jahren wirkte Trenker, der als Schriftsteller von Bergromanen überaus erfolgreich war, zudem als beredter Erzähler in mehrteiligen Serien des deutschen und österreichischen Fernsehens mit.

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