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Film

Ohm Krüger

(Spielfilm/Hauptfilm)

  • Drama aus dem Jahre 1941
  • Deutsche Erstaufführung: 04.04.1941
  • Länge: 3620m 133min
  • Land: Deutschland
  • Produzent: Emil Jannings
  • Regie: Hans Steinhoff, Herbert Maisch, Karl Anton
  • Drehbuch: Harald Bratt, Kurt Heuser
  • Autor: Arnold Krieger
  • Kamera: Fritz Arno Wagner, Friedl Behn-Grund, Karl Puth
  • Musik: Theo Mackeben
  • Ton: Hans Grimm
  • Kurzinhalt:
    OHM KRÜGER ist ein antibritischer Propagandafilm von Regisseur Hans Steinhoff aus dem Jahr 1941. Als ein Auftragsfilm des nationalsozialistischen Staates wurde er entsprechend gefördert und in der Öffentlichkeit herausgestellt. Die Rahmenhandlung zeigt den alten und erblindeten Paul (Ohm) Krüger, den Präsidenten der Buren, in einer Züricher Klinik. Er erzählt der Krankenschwester von dem Krieg de ...
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    OHM KRÜGER ist ein antibritischer Propagandafilm von Regisseur Hans Steinhoff aus dem Jahr 1941. Als ein Auftragsfilm des nationalsozialistischen Staates wurde er entsprechend gefördert und in der Öffentlichkeit herausgestellt. Die Rahmenhandlung zeigt den alten und erblindeten Paul (Ohm) Krüger, den Präsidenten der Buren, in einer Züricher Klinik. Er erzählt der Krankenschwester von dem Krieg der Buren gegen die Engländer (1899-1902) um die südafrikanische Provinz Transvaal. Der Chef der Südafrikanischen Minenkompanie, Cecil Rhodes, findet in Transvaal die größten und reinsten Goldvorkommen der Welt. Da dieses Gebiet den Buren gehört, informiert er den britischen Minister Chamberlain über seinen Fund. Dieser klärt Königin Victoria über die Goldvorkommen und geplante militärische Unternehmung auf. Daraufhin wird Ohm Krüger von der Queen nach London eingeladen. Dieser stellt sich als intelligenter Verhandlungspartner heraus und kann für den burischen Staat viele Vorteile durchsetzen. Rhodes erkennt die Gefährlichkeit seines Gegners, ist aber auch von seinem taktischen Geschick beeindruckt. Rhodes versucht Ohm Krüger mit einem vermeintlichen Friedensvertrag zu linken, aber dieser lässt sich nicht täuschen. Daraufhin ändert Rhodes seine Taktik und England erklärt den Buren den Krieg. Im ersten Jahr der kriegerischen Auseinandersetzungen müssen die Briten noch einige Rückschläge hinnehmen, doch dann zeigt sich die – offen propagandistisch inszenierte – Skrupellosigkeit und Brutalität des britischen Militärs. Sie setzen die Behandlung von Soldaten und Zivilisten gleich, brennen die Farmen der Buren nieder und lassen ihre Kinder sowie Frauen in Konzentrationslager bringen. Krügers Sohn Jan ist in England aufgewachsen und ist ein überzeugter Pazifist. Doch als er mit seiner Familie nach Südafrika zurückkehrt und ein englischer Offizier versucht seine Frau zu vergewaltigen, gibt Jan seine friedfertige Haltung auf und zieht ebenfalls in den Krieg. Ohm Krüger versucht währenddessen auf einer Europareise die Unterstützung anderer Nationen zu gewinnen. Er scheitert jedoch, Jan wird in einem Konzentrationslager gehängt und das burische Volk verliert den Krieg. Am Ende wird Ohm Krüger wieder im Krankenhaus gezeigt. Er „prophezeit“, dass sich die großen Nationen in Zukunft für die Kriegsverbrechen der Engländer rächen werden. 1939/40 forderten die Nationalsozialisten bekannte Regisseure auf, Exposévorschläge für Filme mit antienglischen Tendenzen einzureichen, da es die nationalpolitische Lage verlange. Emil Jannings bekundete sein Interesse an der Biografie Paul Krügers. Das Projekt wurde angenommen, Jannings wurde die „Gesamtleistung“ anvertraut und für die Hauptrolle besetzt. Er wurde von dem Propagandaminister Goebbels hoch geschätzt und seine Nähe zu den Machthabern des NS-Regimes war bekannt. Nach dem Zweiten Weltkrieg bekam er von den Alliierten lebenslanges Berufsverbot. OHM KRÜGER war der zweitteuerste Film im Dritten Reich. Die Produktionskosten betrugen 5,4 Millionen Reichsmark. Die Nationalsozialisten verliehen dem Film alle zur Verfügung stehenden Prädikate und zeichneten ihn mit dem Ehrentitel „Film der Nation“ aus. Die nationalsozialistische Regierung versuchte mit OHM KRÜGER den gegenwärtigen Krieg gegen England sowie die Vernichtungspolitik in den Konzentrationslagern zu rechtfertigen, indem der Film diese verfälschend als Erfindung der Briten darstellt. Zudem predigt der Film nationalsozialistische Ideologien wie die Huldigung des Führerprinzips und die Opferbereitschaft des Einzelnen für sein Land. Von den Alliierten wurde der Film 1945 als Verbotsfilm klassifiziert. Seit 1966 befinden sich die ehemaligen Verbotsfilme im Bestand der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung und werden unter Vorbehalt in öffentlichen Aufführungen zugänglich gemacht. Darunter fallen die Propagandafilme aus der Zeit des Nationalsozialismus, deren Inhalt kriegsverherrlichend, rassistisch, antisemitisch und/oder volksverhetzend ist und deshalb auf Beschluss des Stiftungs-Kuratoriums nicht für den allgemeinen Vertrieb freigegeben werden. Diese Vorbehaltsfilme stehen jederzeit in den Räumen der Stiftung selbst für schulische, wissenschaftliche und dokumentarische Zwecke zur Sichtung zur Verfügung. Die vielfältigen und jederzeit möglichen bundesweiten öffentlichen Aufführungen in Kinos, Universitäten, Schulen etc. sind eingebunden in einen einführenden Vortrag und eine anschließende Diskussion.
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  • Produktion: Tobis-Filmkunst GmbH

Vorbehaltsfilm