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115. Geburtstag Rudolf Jugert

Rudolf Jugert (* 30. September 1907 in Hannover; † 14. April 1979 in München) folgt 1931 seiner langjährigen Freundin Katja Julius nach Leipzig, wo er sich an der Universität in den Fächern Theater- und Literaturwissenschaft sowie Philosophie einschreibt. Er arbeitet als Lektor am Leipziger Schauspielhaus, wo er 1934 einen Posten als Dramaturg bekommt. Schon bald ist er auch als Regie-Assistent und Regisseur tätig und avanciert schlussendlich zum Oberspielleiter des Hauses. In Leipzig lernt Jugert auch Helmut Käutner kennen, mit dem ihn später eine langjährige, fruchtbare Zusammenarbeit verbinden wird.
1938 folgt Jugert Katja Julius, die Deutschland aufgrund ihrer jüdischen Herkunft bereits 1935 verlassen hat, nach Italien. In Rom finanziert ihm Julius eine Filmausbildung an der Filmschule der Cinecittà Studios. Bereits 1939 kehrt Jugert, gemeinsam mit Julius auf Bitten Helmut Käutners nach Deutschland zurück, um bei dessen Kinodebüt KITTY UND DIE WELTKONFERENZ zum ersten Mal die Regieassistenz bei einem Kinofilm zu übernehmen. Eine Position, die Jugert in den kommenden vier Jahren bei fast allen Käutner-Filmen einnimmt.

Nach seiner Einberufung als Soldat im Zweiten Weltkrieg und amerikanischer Kriegsgefangenschaft in Italien kehrt Jugert im Sommer 1945 nach Hannover zurück, wo er und Katja Julius heiraten. Einmal mehr weist ihm Helmut Käutner den Weg ins Filmgeschäft: Nach einer Regieassistenz bei Käutners Episodenfilm IN JENEN TAGEN (1947) gibt er mit FILM OHNE TITEL im selben Jahr sein Kinoregie-Debüt. Jugert etabliert sich als vielversprechender und vielseitiger Regisseur publikumsträchtiger, intelligenter Unterhaltungsfilme. Bereits gegen Ende der fünfziger Jahre aber beginnt sein Stern nach einer Reihe zwar ambitionierter, aber wenig erfolgreicher Arbeiten zu sinken. Eine späte Ehrung für seine Verdienste um das Kino wird ihm 1963 zuteil, als seine Charles-Morgan-Verfilmung KENNWORT: REIHER den Deutschen Filmpreis in Gold erhält.
Seit Beginn der 1960er Jahre arbeitet Jugert vor allem fürs Fernsehen. In dem noch jungen Medium gelingt es ihm, sich eine neue Unabhängigkeit zu erarbeiten – nach eigenen Drehbüchern und künstlerisch weitgehend unbehelligt inszeniert er Filme wie BERLINER BLOCKADE (1968) und DAS WUNDER VON LENGEDE (1969) sowie TV-Serien wie DER BASTIAN (1973) oder DREI SIND EINER ZUVIEL (1977).

Anlässlich des bundesweiten Kinofests (10. und 11. September) präsentieren wir Rudolf Jugerts Kino-Regiedebüt FILM OHNE TITEL zum vergünstigten Eintrittspreis von 5€. In dem Nachkriegsfilm stellt sich ein Regisseur die Frage, was für Filme man nach der „Stunde Null“ drehen kann bzw. sollte. Mit Hans Söhnker und der jungen Hildegard Knef sowie Willy Fritsch hochkarätig besetzt.
Zudem gibt es im September die Liebeskomödie EIN STÜCK VOM HIMMEL (1957) mit Ingrid Andree, Toni Sailer und Georg Thomalla sowie im Oktober das Drama DIE STUNDE, DIE DU GLÜCKLICH BIST (1961) mit Ruth Leuwerik und Peter van Eyc zu sehen, der kürzlich digitalisiert wurde.

Bild: Rudolf Jugert, Quelle: DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

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