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Der junge ungarische Husar János möchte das Militär verlassen. Er spart auf ein Pferd, mit dem er eines Tages einen bescheidenen Wohlstand erreichen und ein kleines Fuhrunternehmen aufbauen will. Er verliebt sich in das Bauernmädchen Julia Balog, das in Budapest eine Arbeit als Dienstmagd gefunden hat. Doch als Julia ihre Stellung verliert, gerät sie in die Fänge der skrupellosen Zimmervermittlerin Czibulka, welche die junge Frau an ein Bordell vermittelt. Als János Julia dort erblickt, nimmt die Tragödie ihren Lauf.

Das in Ungarn spielende Liebesdrama kann als erster Ufa-Tonfilm bezeichnet werden. MELODIE DES HERZENS entstand während des Umbruchs vom Stumm- zum Tonfilm. Eigentlich als Stummfilm konzipiert, gibt es bei MELODIE DES HERZENS noch keinen organisch durchkomponierten Zusammenhang zwischen Bild und Ton, Musik und Handlung. Stumme Passagen wechseln sich daher mit gesprochenen Dialogen, Geräuschen, Musik und Gesang ab. Trotzdem zeigte sich bspw. "Der Kinematograph" begeistert: „Die Tonfilmskeptiker müssen schweigen. Die Existenzberechtigung und die Erfolgsmöglichkeit des singenden und sprechenden Bildes ist nunmehr auch für Deutschland klar erwiesen. Das Talkie ist aus dem Stadium des Experiments heraus. Ziel, Richtung und Methodik des Tonfilms zeichnen sich klar und deutlich in der MELODIE DES HERZENS ab. […] Es ist das ganze Bild, das begeistert. Herrlich photographiert. Eine Sinfonie schöner Bilder aus Budapest und der Puszta. Die weite, große Steppe tut sich auf. Die phantastischen ungarischen Ziehbrunnen ragen gen Himmel. Zahllose Herden weiden, und das seltsame Horn des Csikós und des Gulyás erklingt melancholisch, bis es dann plötzlich von einem wilden Czardas abgelöst wird.“ (Nr. 294 vom 17. Dezember 1929)

Bild: Quelle DFF - Deutsches Filminstitut & Filmmuseum

In memoriam Dita Parlo
MELODIE DES HERZENS
Regie: Hanns Schwarz, DE 1929, 92 min, 35mm, FSK: ungeprüft, mit Dita Parlo, Willy Fritsch, Gerö Maly


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