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Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der Gründung der Bundesrepublik wurde aus einer Diktatur eine Demokratie. Doch die neue Freiheit galt nicht für alle Menschen in Deutschland. Aufgrund des weiterhin geltenden §175 StGB, konnten homosexuelle Männer aus den Gefängnissen und Lagern der Nationalsozialisten direkt in die Haftanstalten der Bundesrepublik überführt werden. Von dieser skandalösen Situation und einer außergewöhnlichen Männerfreundschaft erzählt Sebastian Meise in seinem Spielfilm GROSSE FREIHEIT (AT/DE 2021).
Hans liebt Männer. Im repressiven Nachkriegsdeutschland wird Hans wegen seiner Homosexualität immer wieder eingesperrt. Im Gefängnis trifft Hans, der Wiederholungstäter, auf Viktor, einen verurteilten Mörder. Aus anfänglicher Abneigung entwickelt sich im Laufe der Jahre eine intensive Verbindung voller Respekt und Empathie. Vielleicht sogar so etwas wie Liebe?

Zum Trailer geht’s hier.

Pressestimmen:

„Dieser Film braucht keine großen Worte, er braucht nur Franz Rogowski und Georg Friedrich, die mit Gesten, Blicken, Körpern erzählen. Victors Miene mag verächtlich sein, doch wenn er dem neuen Zellengenossen zum ersten Mal die Streichhölzer zuwirft, nimmt die Geste seine zukünftige Zugewandtheit vorweg. Später blickt man mit Victor auf den Nacken des schlafenden Hans, plötzlich ist die Zelle ausgefüllt mit der Sehnsucht nach körperlicher Nähe. Franz Rogowski wiederum spielt Hans mit einer berührenden Mischung aus Verletzlichkeit und Stärke. Aus seinen Gefühlen zieht er eine unerschrockene Daseinsgier, eine Lebensutopie.“ (Zeit Online)

„Regisseur und Autor Sebastian Meise ist mit GROSSE FREIHEIT ein berührendes Drama gelungen, das nicht nur den deutschen Paragraphen 175 anklagt. Es zeigt auch auf sehr feinfühlige Weise, wie sich Gefühle und Liebe nicht einfach so einsperren lassen, sondern auch in der trostlostesten Umgebung gedeihen kann. Getragen von dem großartigen Hauptdarsteller Franz Rogowski, zieht der Film das Publikum richtig hinein und entlässt es am Ende mit einem perfekten Schlusspunkt, wie man ihn lange nicht mehr gesehen hat.“ (outnow.ch)

„Mit Hilfe seiner hervorragenden Hauptdarsteller erzählt Sebastian Meise in seinem elegischen Gefängnisfilm GROSSE FREIHEIT auf fast dokumentarische Weise von der Schwulenfeindlichkeit der deutschen Gesetzgebung und der langsam wachsenden Freundschaft zweier Männer.“ (filmstarts.de)

„Besonders bemerkenswert sind die schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptdarsteller im Film. Franz Rogowskis authentische Darstellung vom gutmütigen, naiven und unnachgiebigen Hans ist das Herzstück des Films. Besonders eindrucksvoll zeigt sich Rogowskis schauspielerisches Können in gemeinsamen Szenen mit Hans Zellennachbar Viktor. Viktor sitzt eine jahrzehntelange Haftstrafe ab und stellt damit eine weitere Kontinuität in Hans’ Gefängnisalltag dar. Gespielt wird Viktor von Georg Friedrich, der in der vollkommen antithetisch zu Hans geschriebenen Rolle des harten, verschlossenen Viktors geradezu aufgeht und damit einen weiteren Höhepunkt des Films ausmacht.“ (film-renzensionen.de)

Auszeichnungen (Auswahl):

Internationale Filmfestspiele von Cannes 2021: Auszeichnung mit dem Jurypreis der Sektion „Un Certain Regard“
Sarajevo Film Festival 2021: Auszeichnung mit dem Hauptpreis „Heart of Sarajevo“ für den besten Spielfilm (Sebastian Meise), Auszeichnung für den besten männlichen Darsteller (Georg Friedrich)
Valenciennes Film Festival 2021: Bester Film und Bester Schauspieler (Franz Rogowski)
Hamptons International Filmfestival 2021: Special Jury Prize (Franz Rogowski)
Montréal World Film Festival: Grand Prize (Franz Rogowski)
Österreichischer Kandidat für den besten internationalen Film für die Oscarverleihung 2022.

„Film des Monats“ im November 2021 der Jury der evangelischen Filmarbeit. Hier geht’s zur Jury-Begründung.

In Kooperation mit Amnesty International Wiesbaden.

Bild © Freibeuterfilm Rohfilm

Preisgekrönt
GROSSE FREIHEIT
Regie: Sebastian Meise, AT/DE 2021, 116 min, DCP, DF, FSK: ab 16, mit Franz Rogowski, Georg Friedrich, Anton von Lucke


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