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Der unbekannte Landarzt Dr. Robert Koch forscht schon seit Jahren mit bescheidenen Mitteln und unter widrigen Umständen zu dem Erreger der Tuberkulose. Die Krankheit rafft die Kinder seines Bezirks dahin und die Eltern sowie der Arzt können nur hilflos dabei zuschauen. Zusätzlich erschwert wird seine Arbeit durch Neider, wie etwa einen in seiner Ehre gekränkten Lehrer oder auch ernstere Gegner, wie den einflussreichen Kollegen und Politiker Rudolf Virchow. Er lehnt Kochs Annahmen, dass ein Bazillus der Auslöser der Tuberkulose ist, ab. Als Koch seine Erkenntnisse endlich beweisen kann, wird er zum Gesundheitsministerium nach Berlin beordert, um dort seine Forschungen ungestört und mit allen notwendigen Mitteln zu vertiefen. Aber auch hier stößt er auf Widerstand.

Nach dem Roman von Helmuth Unger entstand diese Filmbiografie über den Pionier der modernen Bakteriologie und Mikrobiologie Robert Koch (11.12.1843-27.5.1910). 1882 entdeckte er den Erreger der Tuberkulose, erlangte dadurch Weltruhm und erhielt 1905 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie.

Der Film wurde von staatlicher Seite massiv gefördert und so entstand nach der Premiere ein regelrechter „Hype“ um die Person Robert Kochs. Der Koch-Roman von Hellmuth Unger erreichte im Herbst 1940 die Verkaufsmarke von 100.000 Exemplaren. Es folgten Theaterstücke sowie Radio-Hörspiele über den Wissenschaftler. Auch international wurde der Film positiv aufgenommen. So erhielt er 1939 den 1. Preis bei der Biennale in Venedig.

Publikumsmagneten dieser Filmproduktion waren die Schauspieler Emil Jannings in der Titelrolle und Werner Krauß als sein Widersacher Virchow. Die beiden Superstars der vergangenen zwanzig Jahre traten hier erstmals im Tonfilm gemeinsam vor die Kamera.
Der Regisseur Hans Steinhoff war bereits vor 1933 nationalsozialistischen Ideen zugetan und nach Adolf Hitlers Machtübernahme avancierte er zu einem der linientreusten Filmemacher, dem die besten Techniker und Künstler des deutschen Films ebenso wie ein großes Budget zur Verfügung standen. Daher sollte der Spielfilm ROBERT KOCH, DER BEKÄMPFER DES TODES so wie die anderen Filme im Dritten Reich im Kontext der Zeit und der staatlichen Beeinflussung gesehen werden. ROBERT KOCH, DER BEKÄMPFER DES TODES ist kein explizit nationalsozialistischer Propagandafilm. Er reiht sich aber in eine Serie von Filmen ein, die historische deutsche Persönlichkeiten zu Helden stilisierten und in der Gleichsetzung dieser Figuren zu Hitler den so genannten Führerkult huldigten.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

So 28.7. 15.30
Mi 31.7. 15.30
135. Geburtstag Emil Jannings
ROBERT KOCH, DER BEKÄMPFER DES TODES
Regie: Hans Steinhoff, DE 1939, 113 min, 35mm, FSK: ab 6, mit Emil Jannings, Viktoria von Ballasko, Werner Krauß

Einführung am 31.7.: Sebastian Hafner

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