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1975 in Paris: Auf einer Party werden die deutsche Kunststudentin Ulrike Schaz und ihr französischer Freund aus dem Nichts verhaftet. Drei Menschen, unter ihnen zwei Beamte des französischen Geheimdienstes, wurden unweit der Feier erschossen. Ulrike ist zur falschen Zeit am falschen Ort und gerät in die Mühlen der Spionageabwehr. Sie gilt als Komplizin von Ilich Ramírez Sánchez, bekannt als Carlos, der „Schakal“; als Mitglied der RAF. Sie wird aus Frankreich ausgewiesen und von deutschen Beamten schikaniert. Ein Ereignis, dass sich nicht nur in ihre Biografie einschreibt, sondern auch in ihre Polizeiakte.
In einer vielschichtigen Aufarbeitung kehrt die Filmemacherin Ulrike Schaz nach Paris zurück und trifft ihre Freund*innen von damals. Eine künstlerisch-essayistische Erinnerungsarbeit auf den Spuren einer Zeit, die immer ein Davor und Danach in sich trägt. Die Inventur einer absurden Geschichte, die einen Blick auf eine Zeit öffnet, in der Staaten und Geheimdienste begannen, mittels Datenspeicherung internationalen Terrorismus zu bekämpfen. Der Film zeigt auf geradezu erschreckende Weise, wie sich einmal erfasste Daten unkontrolliert verselbstständigen können.

Der Film war für den Deutschen Dokumentarfilmpreis nominiert. Er hat die Französische Filmwoche Sachsen Anhalt 2021 eröffnet.

Zur Facebook-Seite und zum Trailer geht’s hier.

Pressestimmen:

„Wie ein roter Faden zieht sich die Aufbruchsstimmung der 1970er Jahre durch ihren Filmessay. Als Künstlerin findet sie immer wieder stimmige Metaphern. Dramaturgisch eingängig aufeinander aufgebaut fasziniert die exzellente Montage ihres Bild- und Tonmaterials. Gleichzeitig gelingt der versierten Filmemacherin damit einfühlsam eine äußerst sehenswerte luzide Geschichtsstunde.“ (programmkino.de)

„…eine bestürzende, aufrührende Geschichte, die sich ohne Pathos entfaltet…“ (Pressreader)

„Es ist eine moderne Moralgeschichte – eine, die die Leichtigkeit aufzeigt, mit der Schuld durch Assoziation festgestellt werden kann, und die Schwierigkeiten, die man hat, seinen Namen klarzustellen.“ (Modern Times Review)

Sensor-Film des Monats. Weitere Informationen gibt’s hier.

Filmemacher*innen zu Gast
PARIS KEIN TAG OHNE DICH
Regie: Ulrike Schaz, FR/DE 2020, 107 min, DCP, OmU, FSK: ab 12

Gespräch mit der Regisseurin im Anschluss, Eintritt: 9€/8€ ermäßigt


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