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Film

Ein absonderlicher Sekt-Fabrikant setzt, zur Überraschung aller Verwandten, seinen trinkfesten Neffen als Universalerben ein unter der Bedingung, dass er dem Alkohol abschwört. Die Familie setzt daraufhin alles daran, den Neffen in Versuchung zu führen…

Die Außenaufnahmen der Rheingau-Komödie wurden im Herbst 1932 in Rüdesheim, Assmannshausen, im Binger Loch und auf dem Rhein sowie die Atelieraufnahmen bis Ende des Jahres in den Ufa-Ateliers gedreht.
Der Film-Oberprüfstelle wurde der Film erst nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten vorgelegt und wurde zunächst mit einem Jugendverbot belegt. Als Begründung diente die Art und Weise, wie Alkoholkonsum im Film thematisiert wurde und „dass darin für Jugendliche eine Animierung zum Alkoholgenuss zu erblicken sei“ als auch, dass „die Vertreter der Abstinenzbewegung als komische Figuren dargestellt würden.“ Nachdem die Universum Film A.G. Beschwerde eingelegt hatte, wurde der Film nach erneuter Prüfung mit Schnittauflage freigegeben und am 6. März 1933 in Berlin uraufgeführt.

Verschärft wurde die Filmzensur von den Nazis mit dem Lichtspielgesetz vom 16. Februar 1934. Zum einen wurde der Katalog der Verbotsgründe erweitert. Das bedeutete, dass die Filmprüfstelle auch solche Filme verbieten konnte, die geeignet schienen, „das nationalsozialistische, religiöse, sittliche oder künstlerische Empfinden zu verletzen, verrohend oder entsittlichend zu wirken, das deutsche Ansehen oder die Beziehungen Deutschlands zu auswärtigen Staaten zu gefährden“. Zum anderen mussten alle geplanten Filmprojekte erst durch eine Vorprüfung beim Reichsfilmdramaturgen. So sollte verhindert werden, dass unerwünschte Filme überhaupt hergestellt wurden. Außerdem mussten alle Filme, die ihre Zulassung vor 1934 bereits erhalten hatten, nachgeprüft werden. Darunter fiel auch Max Ophüls LACHENDE ERBEN, der am 1. Oktober 1937 dann tatsächlich noch verboten wurde. Der jüdische Regisseur Ophüls selbst war bereits im März 1933 vor den Nationalsozialisten geflohen.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Mi 4.4. 15.30
So 29.4. 13.30
Das Jahr 1933
LACHENDE ERBEN
Regie: Max Ophüls, DE 1932/1933, 76 min, DCP, FSK: ab 0, mit Heinz Rühmann, Lien Deyers, Ida Wüst

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