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Das Geschäft mit seiner Wein- und Sektkellerei lief für Clemens Bockelmann äußerst erfolgreich und so konnte er ein beträchtliches Vermögen anhäufen. Nach seinem Tod reist daher die gesamte Verwandtschaft an, um gespannt der Testamentsverkündung zu lauschen. Doch dann der Schock: Bockelmann setzt seinen Neffen Peter als Universalerben ein – allerdings unter der Bedingung, dass der trinkfreudige Peter vier Wochen lang keinen Tropfen Alkohol anrührt. Das ruft nicht nur die missgünstige Verwandtschaft auf den Plan, sondern auch Gina Stumm, die ehrgeizige Tochter der Konkurrenzfirma.
 
Unbeschwertheit, Weinseligkeit und Rheinromantik bestimmen Max Ophüls Komödie LACHENDE ERBEN. Neben Aufnahmen in den Ufa-Ateliers in Berlin wurde im Oktober 1932 on location im Rheingau in Rüdesheim, am Binger Loch und auf einem Rheindampfer gedreht. Es waren die letzten Monate der Weimarer Republik. LACHENDE ERBEN passierte am 21. Februar 1933 die Zensur, wurde am 6. März 1933 uraufgeführt und nach einer erneuten Prüfung schließlich am 20. März 1933 mit Jugendverbot freigegeben. Beim Kinopublikum kam das rheinische Lustspiel gut an, nicht zuletzt wegen des populären Hauptdarstellers Heinz Rühmann, der hier bereits in Perfektion die „Kleine-Leute-Variante“ vom Herzensbrecher wider Willen verkörperte. Während Rühmann in der Folgezeit zu einem der bestbezahlten Schauspieler in der NS-Filmindustrie aufstieg, hatten sich die Lebens- und Arbeitsbedingungen jüdischer Filmschaffender in diesen ersten Monaten der NS-Diktatur radikal verschlechtert. Der Regisseur Max Ophüls und der Autor Felix Joachimson waren dazu gezwungen, ihre Arbeit im europäischen Ausland fortzusetzen. Nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges flohen beide vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die USA.
Vier Jahre nach seiner Uraufführung wurde LACHENDE ERBEN einer Neuprüfung unterzogen und am 1. Oktober 1937 doch noch verboten.

Weitere Informationen zum Film gibt’s hier

Die Veranstaltungsreihe findet statt in Kooperation mit dem Verein 321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland e.V.. und der jüdischen Gemeinde Wiesbaden.

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

Jüdische Filmschaffende im Kino der Weimarer Republik
LACHENDE ERBEN
Regie: Max Ophüls, DE 1932/33, 76 min, DCP, FSK: ab 0, mit Heinz Rühmann, Lien Deyers, Julius Falkenstein

Einführung: Medienwissenschaftler Sebastian Schnurr


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