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Film

In der Fortsetzung des Stummfilmklassikers setzt Dr. Mabuse seine unaufhaltsamen Pläne zur Weltherrschaft fort. Seinen Widersacher, den Staatsanwalt von Wenk, will er aus dem Weg schaffen, nur die Attentate schlagen fehl. Als von Wenk dem Superverbrecher auf die Schliche kommt, bahnt sich Mabuses Wahnsinn seinen Weg und die Seelen seiner Opfer suchen ihn heim.

Zehn Jahre nach seinem Stummfilm-Zweiteiler setzte Fritz Lang die Mabuse-Serie mit dem Tonfilm DAS TESTAMENT DES DR. MABUSE fort. Allerdings wurde der dritte Teil nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten verboten. Die Parallelen zur Entstehung von Adolf Hitlers „Mein Kampf“ und Mabuses Idee der „Herrschaft des Verbrechens“ blieben den Nazis nicht verborgen.
In der Nachkriegszeit flammte das Interesse an der Verbrecherfigur nach den Erfolgen der Edgar Wallace-Verfilmungen erneut auf. Fritz Lang kehrte 1960 für seine letzte Regiearbeit zu Mabuse zurück. Obwohl die Kritiken verhalten waren, legte DIE 1000 AUGEN DES DR. MABUSE den Grundstein für eine ganze Reihe von Mabuse-Filmen mit Wolfgang Preiss in der Titelrolle.

„Die Premierenzuschauer spendeten dem Spiel brausenden Beifall. Dieser Applausdonner galt wohl zuerst dem Regisseur Fritz Lang und dem Photographen Carl Hoffmann. Denn regietechnisch und photographisch ist auch hier wieder außergewöhnliches geleistet. Das Lastende, Beklemmende oder Trübselige ist mit zwingender Gewalt eingefangen. Gespenstische Visionen formen sich ganz aus den Gesetzen des Kurbelkastens, das im Film zum Schweigen verurteilte Wort wird gewissermaßen ins Photographische übersetzt. Lichtwirkungen von feinster Abstufung und raffinierter Verteilung der Effekte verblüffen. Die Trickaufnahmen beweisen, wie weit man heute über die Wunder der einst so großes Aufsehen erregenden Golemstimmung hinausgekommen ist. In dem ganzen Werk ist keine Spur von Kitsch, und die Szene einer telepathischen Versammlung trägt den Stempel unbändiger Echtheit. Alfred Abel bedeutet den darstellerischen Höhepunkt dieses Lichtspiels. Seine Macht des Wahnsinns hat unheimliche Überzeugungskraft.“ (Zeitgenössische Rezension in „Vorwärts“, Nr. 249, 28. Mai 1922)

Bild: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

100 Jahre Dr. Mabuse
DR. MABUSE, DER SPIELER – ZWEITER TEIL: INFERNO. EIN SPIEL VON MENSCHEN UNSERER ZEIT.
Regie: Fritz Lang, DE 1922, 115 min, DCP mit eingespielter Musik von Aljoscha Zimmermann, FSK: ab 0, mit Rudolf Klein-Rogge, Alfred Abel, Bernhard Goetzke


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