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Wally Fender lebt nach dem Tod ihrer Mutter zusammen mit ihrem tyrannischen Vater auf ihrem Bauernhof. Eigentlich soll Wally eines Tages den Hof erben, doch dann widersetzt sie sich dem Befehl ihres Vaters, eine Vernunftehe mit dem Bauern Vinzenz einzugehen, was einen Bruch zwischen Vater und Tochter herbeiführt. Wallys darauffolgende Flucht in die Bergwildnis und ihre leidenschaftliche Liebe zu dem Jäger Josef enden beinahe tödlich.

Die Titelrolle des Bauerndramas bedeutete den Durchbruch für Heidemarie Hatheyer. DIE GEIERWALLY wurde ein großer Erfolg an den Kinokassen und machte die Anfang Zwanzigjährige über Nacht zum Star.
Im Hinblick auf die Entstehungszeit war der kostspielige Spielfilm eine weitere Möglichkeit, in Form von Unterhaltung bäuerliche Lebensformen idealisiert darzustellen und die Blut-und-Boden-Ideologie der Nationalsozialisten unterschwellig in der Bevölkerung zu verbreiten. Von der nationalsozialistischen Filmprüfstelle erhielt DIE GEIERWALLY im August 1940 die Prädikate „Künstlerisch wertvoll“ sowie „Volkstümlich wertvoll“.

Das Drehbuch beruht auf dem nicht minder erfolgreichen Roman „Die Geier-Wally“ der Schriftstellerin Wilhelmine von Hillern von 1875. Der Roman wurde schon kurz nach Erscheinen in acht Sprachen übersetzt und war nach dem Deutsch-Französischen Krieg der erste deutsche Roman, der in Frankreich in der „Revue des Deux Mondes“ im Auszug und später beim Hachette-Verlag übersetzt erschien. Wilhelmine von Hillern schrieb nach ihrem Roman 1880 ein gleichnamiges Theaterstück und bereits 1921 verfilmte Regisseur Ewald André Dupont zum ersten Mal den Stoff mit Henny Porten in der Hauptrolle.

„Der Film von 1940 zeigt Spuren der Blut- und Boden-Ideologie, hat aber durch Heidemarie Hatheyers Charakterdarstellung und die bestechende Landschafts-Fotografie Richard Angsts künstlerisches Format.“ (Lexikon des Internationalen Films)

Foto oben: Quelle Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung

So 8.4. 13.30
Mi 18.4. 15.30
100. Geburtstag Heidemarie Hatheyer
DIE GEIERWALLY
Regie: Hans Steinhoff,  DE 1939/40, 104 min, DCP, FSK: ab 6, mit Heidemarie Hatheyer, Sepp Rist, Eduard Köck

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